Explorations in Audio

Karsten Hein

Sind Sie bereit für eine Entdeckungsreise?

In 'Explorations in Audio' möchte ich einige praktische Erkenntnisse über die Einrichtung und Optimierung eines erschwinglichen HiFi-Systems vermitteln. Obwohl man annehmen könnte, dass eigentlich schon alles über HiFi gesagt wurde, bleiben einige überraschend einfache Fragen offen, z. B.: "Ist digital besser als analog?" "Sind Kabel wichtig?" "Können digitale Kabel Störungen aufnehmen?" "Sollten Lautsprecher auf Spikes gestellt werden? Hat die Entwicklung im HiFi-Bereich ältere Geräte überflüssig gemacht?" "Wo sollte ich meinen Subwoofer aufstellen?" "Welche Raumkorrektur funktioniert am besten?" - Aber: "Sind das wirklich die richtigen Fragen?" - Nun, wir werden sehen.

Was gibt es Neues bei eiaudio?

Während die Einträge in diesem Blog in die drei oben genannten Kategorien unterteilt sind, finden Sie unten eine gemischte Auflistung der neuesten Beiträge. Der aktuellste Artikel wird zuerst angezeigt. Wenn Sie diesen Blog nicht zum ersten Mal besuchen, ist die Liste unten ein guter Ort, um schnell nachzusehen, ob es etwas Neues gibt.

Ihr Beitrag ist mehr als willkommen, solange Sie sich an die audiophile Grundregel "Ohr vor Verstand" halten. Das bedeutet, dass Sie Ihre Kommentare nicht auf der Grundlage dessen abgeben, was Sie zu wissen glauben, sondern nur auf der Basis Ihrer eigenen Hörerfahrung. Sie können uns gerne Geräte zum Testen vorschlagen und Kommentare zu den Beschreibungen hinterlassen, die Sie hier finden.

  • Dual CS 721

    Dual CS 721

    27.7.2022

    Autor: Karsten Hein

    Kategorie: Gear & Review

    Tag(s): Turntables

    Frei aus dem Englischen übersetzt. Hier geht’s zum Original .

    Der CS 721 war das Flaggschiff von Dual gegen Ende der 1970er Jahre und wird von vielen als einer der besten Dual-Plattenspieler aller Zeiten angesehen. Wo sich die Experten nicht einig sind, geht es meist um die Bevorzugung eines bestimmten Antriebssystems. Befürworter von Treibrad-Plattenspielern würden die Dual-Modelle CS 1219 und CS 1229 als ihre Favoriten nennen, während Fans des Riemenantriebs den CS 5000 oder CS 7000 Golden bevorzugen würden. Der CS 721 war ein Direktantriebsmodell (DD) und hatte dadurch, im Vergleich zu den anderen beiden Antriebsarten, die audiophilsten technischen Daten in Bezug auf Rumpel-Abstand und Gleichlaufschwankungen von allen. Dennoch: Wir hören nicht die Spezifikationen, sondern Musik. Und auch ich muss gestehen, dass mir der direkte und etwas ungestüme Klang unseres kleineren CS 505-3 ebenso gefällt, trotz schlechterer Daten.

    In seiner günstigsten Form war der CS 721 nicht gerade das schönste Exemplar eines Plattenspielers auf dem Markt. Sein Sockel bestand aus billigem Plastik, das in einen Rahmen aus laminiertem Sperrholz eingefasst war. Dual musste sich schon auf seinen guten Namen in audiophilen Kreisen verlassen können, um seine optisch eher zweckmäßigen Produkte neben den schnittigen und schlanken asiatischen Designs von Technics, Pioneer, Sony, usw. verkaufen zu können. Und tatsächlich war das neue und auffällige Fehlen von Echtholz bei den Produkten des deutschen Herstellers aus dem Schwarzwald bereits ein erstes Tribut an den zunehmend preisgetriebenen Markt. Der Druck, die Konkurrenz durch technisches Raffinesse zu übertreffen, sicherte dem CS 721 jedoch einige interessante und durchaus hochentwickelte Funktionen, die man bei Plattenspielern eines jeden Baujahres nur selten findet.

    Ein offensichtliches Highlight des CS 721 war sein klanglich üppiger, speziell für das Dual-System entwickelter Shure V15-III Tonabnehmer mit seiner SuperTrack-Plus Nadel. Der Shure V15-III galt als exzellenter Tracker schon bei geringer Auflagekraft von nur 0,75g bis 1,25g. Das Tonabnehmersystem wies die üblichen Shure Bassqualitäten auf und arbeitete reibungslos über einen großen Frequenzbereich von 10 Hz bis 25.000 Hz. Leider war die originale Shure-Nadel bei unserem Modell schon zu stark abgenutzt, so dass ich mich nach einem geeigneten Ersatz umsehen musste. Mein erster Impuls war es, mir eine Jico SAS-Nadel mit Bor-Nadelträger anzuschaffen, doch ein Lieferstopp auf unbestimmte Zeit seitens Jico zwang mich dazu, mich stattdessen für eine weniger aufwendige Shibata-Nadel von Tonar zu entscheiden. Shibata-Nadeln wurden ursprünglich für quadrophonische Aufnahmen entwickelt, greifen ebenfalls tief in die Schallplattenrille und sind, ähnlich wie die SAS-Nadeln von Jico, zu vielen Nuancen in der Musik fähig. Als ich mir die original Dual- und die Tonar-Nadel im direkten Vergleich anhörte, fiel es mir jedoch schwer, nicht der abgenutzten Super-Track-Plus-Nadel den Vorzug zu geben, weil sie mir klanglich tatsächlich noch feiner schien.

    Ich beschloss außerdem, den Sockel des Plattenspielers zu optimieren, um die physikalischen Schwingungen des schwimmenden Chassis noch besser zu isolieren, da mir die dünne Kunststoffwanne für diese Aufgabe nicht ausreichend zu sein schien. Einen ausführlichen Artikel zu diesem Projekt finden Sie in der Rubrik 'Explorations' in diesem Blog (siehe unten). Das Resultat meiner Arbeit war ein massiver Holzsockel, der die ursprüngliche Struktur perfekt in der Waage hielt und gleichzeitig die möglichen Resonanzen des Kunststoffs durch die Verwendung von Moosgummi-Einlagen dämpfte. Ich verwendete Tri-Ball-Absorber, um den Sockel zusätzlich von möglichen Vibrationen des Racks zu isolieren, die durch Schritte, zuschlagende Türen oder die anderen Hifi-Geräte verursacht werden. Das Ergebnis war ein klanglich reichhaltiger, präziser und ungestörter Klang, wie man ihn von einem Spitzenplayer von Dual erwarten würde.

    Neben seinem präzisen und leisen Motor, dem starren Tonarm und dem legendären Shure-Tonabnehmer bot der CS 721 eine Vielzahl von Einstellmöglichkeiten, die zu seiner Zeit führend in seiner Klasse waren. Wie alle Duals der 70er bot er drei Transportschrauben, um das Chassis während des Transports zu fixieren. Ich habe diese Funktion bei den Dual-Decks immer sehr geschätzt, da ich viel Zeit damit verbracht habe, sie in Autos zu transportieren. Sogar der Staubschutzhaubenlift konnte beim CS 721 justiert werden, für den Fall, dass die Feder mit dem Alter nachgeben sollte. Der Tonarm hatte ein 2-fach gedämpftes, einstellbares Gegengewicht und konnte zusätzlich an der hinteren Achse in der Länge verändert werden, um an die damals gängigen Massen der Tonabnehmer perfekt angepasst zu werden.

    Die vertikale Spur des CS 721 Tonarms konnte über einen Hebel kalibriert werden. Die meisten Plattenspieler boten dafür nur ein Set aus Inbusschrauben an. In ähnlicher Weise konnte man den Abhebungswinkel und die genaue Aufsetzposition der Nadel auf der Plattenrille einstellen. Die Aufsetzgeschwindigkeit konnte so optimal an das Gewicht des Tonabnehmers angepasst werden. Interessant war, dass die manuelle Liftfunktion von der Einstellung der Lifthöhe nicht beeinflusst wurde, da auch diese über einen separaten Regler eingestellt wurde. Bei der Wiedergabe von Schallplatten konnte der CS 721 von einzel auf unendlich umgestellt werden, so dass die Wiedergabe einer Schallplatte solange wiederholt wurde, bis sie manuell unterbrochen wurde. Bei näherer Betrachtung des Headshells stellte ich überrascht fest, dass der Tonabnehmer darauf fest eingeklemmt und zusätzlich mit zwei Schrauben gesichert war. Ich erfuhr, dass ursprünglich zwei verschiedene Headshells verkauft wurden, von denen nur eines manuell eingestellt werden konnte. So kaufte ich schließlich ein zusätzliches TK-24 Headshell, um mehr Freiheit bei der Justage zu haben.

    Während der Tonarm durch die Einstellung der hinteren Länge des Arms und dann über den Rändelring des Gegengewichts eingestellt wurde, stand noch ein weiterer Einstellring zur Verfügung, um die Abtastkraft einzustellen. In dieser Kombination war dies eine der raffiniertesten Einstellungen, die ich je gesehen hatte. Die Anti-Skating-Funktion konnte sowohl für konische als auch für bi-radiale Nadeleinschübe eingestellt werden. Es war vorstellbar, dass die umfangreiche Kombination von Einstellungen des CS 721 für einige Besitzer eher verwirrend als hilfreich war. Andererseits war das Hören von Schallplatten seit jeher mit dem Fliegenfischen vergleichbar, bei dem man viel Zeit, Können und Mühe aufwenden musste, um einen ziemlich kurzlebigen Höhepunkt zu erzielen. Mit anderen Worten: Der Dual war in der Bedienung alles andere als ein Kinderspiel. Umso erfreulicher war es jedoch, ihn zu besitzen und zu hören, sobald die perfekte Einstellung erreicht war, insbesondere mit seinem neuen Walnuss-Sockel.

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    < Bau des Sockels | Restaurierung des Staubschutzes >

    Dual Firmengeschichte

    Christian und Joseph Steidinger nahmen 1907 als Hersteller von Uhrwerken und Grammophonen in der deutschen Stadt St. Georgen im Schwarzwald ihren Betrieb auf. Das ursprüngliche Unternehmen trug lediglich den Familiennamen, bis es 1927 in Dual umbenannt wurde. Der neue Firmenname wurde in Anlehnung an die dualen Stromversorgungen gewählt, mit denen das Unternehmen echte Pionierarbeit leistete. Grammophone, die mit diesen Antriebsmodellen ausgestattet waren, konnten entweder mit Strom versorgt oder für die Wiedergabe mit einem Federmechanismus aufgezogen werden. Angesichts ihrer frühen Erfolge als Teilelieferanten begannen die Gebrüder Steidinger, ihre eigenen Plattenspieler zu entwickeln.

    Während des großen deutschen Wirtschaftsaufschwungs in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs Dual zum größten Hersteller von Plattenspielern in Europa. Die deutsche Wirtschaft genoss zu dieser Zeit noch einen erheblichen Preisvorteil gegenüber dem Rest Europas und wurde rasch wieder für ihre hohe Qualität bekannt. Die Gebrüder Steidinger mussten bis zu 3.000 Mitarbeiter in Ihren Fabriken einstellen, um mit der wachsenden Nachfrage nach Unterhaltungsgeräten auf dem Weltmarkt Schritt zu halten. Obwohl Dual seinen Markennamen auch auf andere Produkte der Unterhaltungselektronik ausdehnte, sind die Plattenspieler des Unternehmens bis heute Ikonen der Technik geblieben.

    Die ursprüngliche Firma Dual ging Anfang der 1980er Jahre in den Konkurs, nachdem für mehr als ein Jahrzehnt ein harter Wettbewerb durch vergleichsweise günstige und hochentwickelte Importe aus Japan geherrscht hatte. Das Unternehmen wurde zunächst an den französischen Elektronikkonzern Thomson SA verkauft. 1988 kaufte das deutsche Unternehmen Schneider Rundfunkwerke AG die Marke Dual und gliederte 1993 die “Dual Phono GmbH" an Herrn Alfred Fehrenbacher aus. Fehrenbacher produziert bis heute Dual-Plattenspieler "Made in Germany" in der Schwarzwaldstadt St. Georgen, basierend auf den ursprünglichen Produktlinien von Dual.

    Technische Daten

    • Plattenspieler-Typ: Vollautomatisch
    • Motor: Direktantrieb, elektronisch gesteuert
    • Motor-Typ: Dual EDS 1000-2
    • Geschwindigkeiten: 33,33 und 45 U/min
    • Gewicht des Plattentellers: 1,5 kg, Aluminium-Druckguss
    • Gewicht des Plattentellers mit Rotor: 3,0 kg
    • Größe des Plattentellers: 305 mm, dynamisch ausgewuchtet
    • Pitch-Steuerung: +/- 10%
    • Gleichlaufschwankungen: < 0.03%
    • Rumpeln: > 70dB
    • Tonarm: verlängertes Rohr, 2x gedämpft
    • Tonarm-Effektivlänge: 222 mm, höhenverstellbar
    • Tonabnehmer: Shure V15 III (1973 - 1987)
    • Auflagedruck: 0,75 bis 1,25g (1,0g)
    • Tonabnehmer-Typ: Microline, elliptischer Diamant
    • Kanaltrennung: 28 dB @1 kHz
    • Frequenzbereich: 10 - 25.000 Hz
    • Induktivität des Tonabnehmers: 500 mH
    • DC-Widerstand: 1.350 Ohm
    • Widerstandswert: 47 kOhm
    • Ausgang: 3,5 mV @1kHz
    • Gewicht des Tonabnehmers: 6,0 g
    • Gewicht des Plattenspielers: 7,8 kg
    • Abmessungen: (B) 424 mm x (H) 150 mm x (T) 368 mm
    • Land der Herstellung: Deutschland
    • Jahr(e): 1976 - 1979

    Jörg Hegemann
  • Bau eines Sockels (Dual CS 721)

    Bau eines Sockels (Dual CS 721)

    19.7.2022

    Autor: Karsten Hein

    Kategorie: Explorations

    Tag(s): Turntables

    Frei aus dem Englischen übersetzt. Hier geht’s zum Original .

    Dual-Plattenspieler gehören wohl zu den besten HiFi-Geräten, die je gebaut wurden. Ein Grund dafür mag der frühe Einstieg von Dual in diese Technologie gewesen sein. Aber auch der Hintergrund der Firma in der Herstellung von Präzisionsinstrumenten, ihre Verwurzelung in Schwarzwälder Traditionen und vielleicht auch die geografische Nähe zum berühmten EMT-Rundfunkgerätehersteller in der Schwarzwaldstadt Lahr, nur etwa eine Autostunde von Duals Heimat in St. Georgen entfernt, sorgten für eine solide Basis. Auf der Suche nach neuen beruflichen Perspektiven zogen die Ingenieure von Elektromesstechnik (EMT) auch Dual als Alternative in Betracht - und umgekehrt. Auf diese Weise kombinierte und ergänzte sich das Know-how der beiden Firmen.

    Der Dual CS 721 stammt aus den späten 1970er Jahren und bot in Kombination mit seinem serienmäßigen (und mittlerweile auch legendären) Shure V15-III-Tonabnehmer Wiedergabe-Technik auf höchstem Niveau. Der Plattenspieler bot unzählige Einstellungsmöglichkeiten für Hi-Fi-Enthusiasten, was ihn sehr attraktiv machte, doch die Basismodelle waren hinsichtlich der Chassiskosten stark eingeschränkt, da Dual zu dieser Zeit bereits mit einem verstärkten Preiswettbewerb aus Asien konfrontiert war. Für unser Modell des CS 721 bedeuteten diese Einsparungen, dass ein Massivholzsockel bereits laminierten Oberflächen und Kunststoff gewichen war. Dies galt insbesondere für die Kunststoffwanne, die sicherlich der schwächste Punkt dieses Players war.

    Da alle übrigen Komponenten des Dual von außergewöhnlicher Qualität, Vielseitigkeit und Musikalität waren, sah ich mich online nach verfügbaren Sockel-Upgrades um. Die Modelle, die ich fand, waren jedoch entweder nicht sehr schön oder aber sehr teuer. Ich suchte nach einer passenden Lösung, die die Akustik verbessern und gleichzeitig ein Understatement darstellen sollte. Und im Idealfall würde ich dabei alle Originalteile auch weiterhin verwenden können, falls jemand später wieder den Originalzustand herstellen wollte. Also beschloss ich, einen attraktiven Holzsockel um die Kunststoffwanne herumzubauen und eventuelle Vibrationen mit gleichmäßig verteilten Schaumstoffpolstern zu dämpfen. Dann wählte ich Füße für die Entkopplung, die sowohl eine ultrastarke Unterstützung als auch eine hervorragende akustische Isolierung boten. In Kombination sollten diese Verbesserungen den Dual auf die nächste Qualitätsstufe heben. Zumindest war dies meine Hoffnung.

    Ich erwarb massive Leisten aus hochwertigem amerikanischem Nussbaumholz, um daraus den Rahmen zu bauen, den ich mit einer Gehrungssäge zurechtschnitt. Mein Freund Thomas stand mir dabei zur Seite, denn der perfekte Zuschnitt erwies sich angesichts der semiprofessionellen Ausrüstung, die uns zur Verfügung stand, als ein langwieriger und schwieriger Prozess. Wir klebten die Holzleisten auf ein Grundbrett und schnitten eine drei Zentimeter lange Kerbe in die Rückseite, um dort die Kabel zu herauszuführen. Dann brachte ich ein Schaumgummiband entlang der Außenkanten an und legte eines quer über die Grundplatte, um die ursprüngliche Sockelkonstruktion zu stützen und zu beruhigen. Wir behandelten die Oberflächen mit Bienenwachs statt mit Öl und stellten den Dual CS 721 hinein. - Voilà!

    Ich muss sagen, dass ich mit dem neuen Sockel sehr zufrieden bin und auch den Klang liebe. Was halten Sie von dem neuen Design? Klicken Sie auf das Bild in der Kopfzeile dieses Artikels, um Ihren Kommentar unten zu hinterlassen.

    Technische Daten

    • Typ: Dual CS 721 Sockel, und ähnlich
    • Material des Sockels: Buchensperrholz
    • Material der Seiten: Amerikanischer Nussbaum, gewachst
    • Abmessungen: (B) 424mm; (T) 368mm; (H) 60mm
    • Akustische Auskleidung: 5x3mm Schaumgummi
    • Füße: Audiocrast Tri-Ball-Absorber

    crossXculture Business Language Training
  • JBL Xtreme 2

    JBL Xtreme 2

    17.7.2022

    Autor: Karsten Hein

    Kategorie: Gear & Review

    Tag(s): Loudspeakers

    Frei aus dem Englischen übersetzt. Hier geht’s zum Original .

    Von den 1950ern bis in die 1990er Jahre ging es bei Hifi-Neuentwicklungen hauptsächlich darum, die Grenzen des technisch Machbaren in Hinblick auf eine originalgetreue Musikwiedergabe auszuloten. Größe, Aussehen und Kosten schienen für die Hifi-Hersteller und für die stolzen Besitzer der Geräte am oberen Ende des Marktes von geringerer Bedeutung zu sein. Monströse Receiver wie der Kenwood KR-9400 aus den Jahren 1974 bis 1976 und schrankgroße Lautsprecher wie die Electro Voice Patrician 800 aus der Mitte der 70er bis Anfang der 80er Jahre waren Zeugen dieser Zeit. Die wichtigste Musikquelle war die Schallplatte, von der Hifi-Enthusiasten oft beeindruckende Sammlungen besaßen.

    Mit dem Aufkommen kompakterer Musikformate wie der CD (Sony 1982 und Philips 1983), dem DAT (Sony 1987) und schließlich dem MP3-Player (Saehan 1997) wurde der Audiomarkt wie besessen darauf, herauszufinden was man sonst noch kleiner und praktischer bauen konnte. Nach Jahren größerer und besserer Geräte ging es im neuen Jahrtausend um die Frage, wie viel Größe, Gewicht und Kosten geopfert werden konnten, bevor der Zauber dessen, was einmal Musik war, komplett verloren ging. Die mainstream Hifi-Technik begann daher, kleinere und leichtere Geräte zu entwickeln. Die Lautsprecher wurden hoch und schlank, um sich in den Wohnräumen zu verstecken, anstatt diese zu dominieren. Die Verbraucher fühlten sich zu kleineren Lautsprechern hingezogen, die dennoch einen Großteil des Klangs ihrer größeren Vettern bieten sollten.

    Lautsprecherkabel wurden zunächst in die Wände verlegt, bevor sie schließlich von WiFi oder Bluetooth abgelöst wurden und komplett verschwanden. Die KEF- Modelle LS-50 und LS-50 'wireless', von 2012 bis 2022, sind ein gutes Beispiel für die Richtung der Industrie. Bei den LS-50 handelt es sich um kompakte Regallautsprecher, die ihre klanglichen Vorzüge am besten entfalten können, wenn sie auf geeigneten Lautsprecher-Ständern aufgestellt werden, wobei die Abmessungen des Raums usw. zu berücksichtigen sind. Die kabellose Version, die etwas teurer ist, bietet dem Hifi-Neuling den zusätzlichen Vorteil, dass in Bezug auf Erdung, Verbindungsleitungen und Lautsprecherkabel nicht viel schief gehen kann. Es ist nicht verwunderlich, dass die vielseitigen und unauffälligen KEF LS-50 zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels bereits seit mehr als 10 Jahren produziert werden. Und dennoch ist die LS-50 immer noch ein konservativer Heimlautsprecher. Andere Hersteller haben die Vielseitigkeit auf die nächste Stufe gehoben.

    Die JBL “Xtreme 2" war die zweite Generation der Xtreme-Bluetooth-Lautsprecher von JBL. Das hier gezeigte Paar gehörte meinem langjährigen Freund Thomas Kubalsky, der mich auch schon früher bei der Lösung von Hifi-Problemen unterstützt hatte. Die Lautsprecher wurden mir von Thomas für den Hörtest überlassen. Er hatte sie ursprünglich erworben, um auf seinen excessiven e-Bike-Radtouren Musik hören zu können. Thomas sah die Vorteile darin, dass die kanisterförmigen Gehäuse der JBL leicht an seinem Lastenrad befestigt werden konnten, dass sie wasserdicht waren und über schnell aufladbare Batterien verfügten, die eine Wiedergabezeit von bis zu 15 Stunden ermöglichten. Auch Bluetooth war für ihn ein Pluspunkt, aber kein absolutes Muss, da der Abstand zwischen Handy und Lautsprechern beim Anbringen am Fahrrad eher gering war. Zum Zeitpunkt der Aufnahme dieser Fotos hatten seine JBLs Thomas und sein Fahrrad bereits auf zahlreichen Fahrten über mindestens 10.000 Kilometer durch extreme Hitze, Staub und Regen begleitet.

    An dem Tag, an dem ich beschloss, die JBL Xtreme 2 mit nach Hause zu nehmen, hatten sie bereits einige Stunden auf dem Sommerfest unserer Kinder im Kindergarten Musik gespielt. Thomas hatte mir gezeigt, wie ich zwei Xtreme 2-Lautsprecher mit nur einem einzigen Smartphone koppeln konnte, um daraus ein Lautsprecher-Array zu erstellen. Obwohl die JBLs aus jeweils zwei Sätzen von Lautsprechern pro Gerät bestanden, um auch einzeln die Stereo-Wiedergabe zu ermöglichen, erlaubten die neuen intelligenten Bluetooth-Profile die getrennte Zuweisung eines linken und rechten Kanals auf jeden Lautsprecher, sofern zwei Xtreme 2 vorhanden waren. Maximal ermöglichten die Profile die Zuweisung von 100 Lautsprechern in ein einziges Array. Diese Anzahl von Lautsprechern sollte in jedem Fall ausreichen, um eine große Cocktail- oder Strandparty zu beschallen. Was mich jedoch wirklich brennend interessierte, war die Möglichkeit, die Klangqualität eines so vielseitigen Systems mit Bluetooth-Konnektivität kennenzulernen. Wie würden sie sich in einem direkten Hörvergleich mit echten Hifi-Lautsprechern schlagen?

    Ähnlich wie bei anderen kleinen Gehäusekonstruktionen wurden bei der JBL Xtreme 2 passive Membranen eingesetzt, um ein größeres Gehäusevolumen zu suggerieren und die Basswiedergabe der beiden kleinen dynamischen Treiber zu verbessern. Dieses Prinzip war nicht neu, sondern wurde bereits bei vielen berühmten Lautsprechern verwendet, z.B. bei der KEF Calinda, die von 1975 bis 1976 gebaut wurde, und bei der Epicure EPI 500, die von 1973 bis 1981 gebaut wurde. Und während die Calinda einen einzigen passiven Radiator an der Vorderseite hatte, verwendete die EPI 500 einen Radiator auf jeder Seite des Gehäuses, ähnlich wie die JBL Xtreme-Modelle. Und da ich die EPI 500 zu diesem Zeitpunkt noch in unserem zweiten Hörraum aufgestellt hatte und mit ihrem Klang wirklich sehr zufrieden war, gab es eigentlich keinen besseren Ort, um die kleinen JBLs aufzustellen. Für einen schnellen A-B-Vergleich, stellte ich die Xtremes direkt auf die EPI-Lautsprecher, so dass ihre Treiber mit denen der EPIs bündig waren.

    Bei der Aufstellung der EPI 500-Lautsprecher hatte ich besonders darauf geachtet, eine perfekte Balance aus Dämpfung und Stabilität zu erreichen. Indem ich also die Xtreme 2 direkt auf die Epicures stellte, konnte ich sicher sein, dass ich von diesem Vorteil profitieren würde. Während meiner Hörtests achtete ich darauf, meine Ohren auf der Ebene der Hochtöner zu positionieren und wieder zu senken, wenn ich zwischen den Lautsprechern wechselte. Zum Zeitpunkt des Tests wurden die EPI 500 noch von unserem Kenwood KR-9400-Receiver angetrieben, einer Kombination, die einen agilen und nach vorne gerichteten Klang mit viel natürlichem Bassdruck bot. Gleichzeitig wurde das natürliche Timbre der Epicures deutlich, was diese Kombination vor allem bei der Wiedergabe von realen Musikereignissen zu einem besonderen Erlebnis machte. Es war spannend zu erkunden, wie viel von dem ursprünglichen Musikereignis durch die kleinen JBL Bluetooth Lautsprecher transportiert werden würde. Ich war fest davon überzeugt, dass es sich bei ihnen nur um eine weitere Spielerei handelte, die außer ihrer geringen Größe und Tragbarkeit keine weiteren Vorzüge aufwies.

    Beim Vergleich von Geräten neigte ich dazu, mir dieselben Alben immer wieder anzuhören. Tonalität, Agilität, Transienten und natürliche Bässe waren nur einige der Eigenschaften, die mich interessierten. Die Epicure-Lautsprecher konnten von matschig bis scharf klingen, je nachdem, wo sie aufgestellt, wie stabil sie standen und wodurch sie vom Boden entkoppelt waren. Wenn diese Aspekte miteinander harmonierten, waren sie in der Lage, durchaus eine hervorragende tonale Ausgewogenheit und einen natürlichen Bass zu liefern. Obwohl der Bass der Epicure nicht extrem strukturiert war, gefiel es mir, dass er weder zu dick noch zu dünn auftrat, wenn er mit einem Verstärker wie unserem Becker ST-200, Dynavox VR 70, oder sogar dem Kenwood KR-9400 Receiver kombiniert wurde. Ich legte das Album "Turn Up The Quiet" von Diana Krall auf und hörte es mir zuerst über die EPI 500 an.

    Als ich anschließend auf die JBL Xtreme 2s umschaltete, musste ich die Bluetooth-Verbindung wieder aus dem Ruhezustand erwecken und bemerkte, dass das Gerät, das ich als Slave gekoppelt hatte, erst fünf Sekunden später aufwachte. Es gab auch eine kleine Verzögerung und ein leichtes Knacksen, bevor die Verbindung perfekt hergestellt war. Gleichzeitig war ich beeindruckt von dem greifbaren Bild, das die JBLs in der Mitte zwischen den Lautsprechern erzeugten. Dieser Effekt war mir von gut durchdachten kabelgebundenen Verbindungen sofort vertraut. Der nächste Aspekt, der mir auffiel, war die große Ähnlichkeit in der Tonalität zwischen den EPI 500 und den Xtreme 2. Beide Lautsprecher gaben Dianas Stimme sehr glaubwürdig und mit sehr ähnlichem Timbre wieder. Die Epicure-Lautsprecher schafften es allerdings, die Stimme etwas besser vom oberen Bass zu trennen und klangen daher in diesem Bereich weniger unscharf. Dieser Unterschied war jedoch geringer als ich erwartet hätte.

    Die JBL-Lautsprecher blieben dem Quellmaterial vor allem bei langsameren und geordneten Musikpassagen treu. Je lauter und schneller die Musik wurde, desto mehr begannen die Lautsprecher ihre natürlichen Grenzen aufzuzeigen. Das soll nicht heißen, dass sie schlecht klangen oder schlecht konstruiert waren, es war nur so, dass Aspekte der Attacke und der Ordnung der Epicures-Lautsprecher nicht vorhanden waren, wenn man denselben Titel über die JBL-Lautsprecher hörte. Um ehrlich zu sein, hätte ich nicht gedacht, dass tragbare Bluetooth-Lautsprecher einen solchen Vergleich überhaupt verdienen würden, aber bei den JBL-Lautsprechern erschien es mir nicht allzu weit hergeholt zu sein. Dieser Eindruck wurde mir auch von meinem Kollegen Landon zurückgespiegelt, der lächelnd ins Büro kam und sagte: "Karsten, ich hätte nicht gedacht, dass ich so etwas in diesem Büro sehen würde", während er auf die Xtreme 2 zeigte. Als ich ihm die Xtreme 2 dann vorführte, war Landon jedoch perplex und musste wie auch ich gestehen, dass er den Unterschied zwischen den Lautsprechern für viel größer gehalten hätte. "Sie sind also wirklich nicht schlecht, was?" sagte Landon, während er wieder zu seinem Schreibtisch hinüberging.

    Als ich die beiden Xtreme 2 zum ersten Mal koppelte, wurden sie automatisch auf 'Party Mode' eingestellt, was bedeutete, dass jeder Lautsprecher das volle Stereobild wiedergab. Dies hatte den Vorteil, dass die Lautsprecher weit voneinander entfernt aufgestellt werden konnten, ohne dass die Musikinformationen des anderen Kanals am Hörplatz verloren gingen. Um sie in den Stereomodus zu versetzen, musste ich zunächst die App “JBL Connect" oder “JBL Portable" aus dem App Store herunterladen. Das Umschalten der Geräte in den Stereomodus dauerte nur ein paar Sekunden. Bei genauerem Hinhören jedoch erkannte ich das Problem, dass ich nicht darauf vertrauen konnte, dass die Musikinformationen intakt waren. Dieser Eindruck mag von plötzlichen Änderungen der Kanallautstärke herrühren, die ich bei einigen Gelegenheiten bewusst wahrnahm. Das Stereobild schien auch manchmal übermäßig betont zu sein, mit einem starken, aber eher unvorhersehbaren dreidimensionalen Effekt und einem leicht hohlen Klang. Möglicherweise war dies auf ein Timing-Problem zwischen den beiden Kanälen, den so genannten 'Hass-Effekt', zurückzuführen. Diese Phänomen hatte zur Folge, dass sich meine Ohren schnell überlastet fühlten, was ich mit den Lautsprechern im 'Party Mode' nicht erlebt hatte.

    Daher schaltete ich die Lautsprecher wieder zurück in den Party-Modus (oder in diesem Fall in den Mono-Modus) und war sofort viel zufriedener mit ihrer Darbietung. Zusammenfassend konnte ich feststellen, dass die Xtreme 2 akustisch ausgereifte Lautsprecher mit hervorragender Tonalität sind, deren Vorzüge leider durch eine etwas instabile Bluetooth-Verbindung verdeckt wurden. Im Party-Modus, bei dem jeder Lautsprecher das volle Stereosignal wiedergibt, waren einige Aspekte der Gesangs- und Instrumentenwiedergabe ähnlich wie bei den besseren Lautsprechern dieser Welt. Im Stereo-Modus jedoch verloren die Lautsprecher durch die Bluetooth-Verbindung jegliches Gefühl für Proportionen und schleuderten einzelne Töne wahllos in den Raum. Das gelegentliche Absacken der Lautstärke oder gar das völlige Verschwinden eines Kanals belastete mich und nahm mir den entspannenden und beruhigenden Aspekt der Musik. Kurzum: Eine bessere Verbindung als Bluetooth hätte aus diesen Lautsprechern weitaus bessere Performer gemacht, denn physisch hatten sie wirklich viel zu bieten.

    Technische Daten

    • Typ: tragbarer Stereo-Lautsprecher
    • Konnektivität: Bluetooth Version: 4.2
    • Merkmale: Integration von Lautsprecher-Arrays
    • Profile: A2DP V1.3, AVRCP V1.6, HFP V1.6, HSP V1.2
    • Hochtöner: 2,0 cm x2
    • Tieftöner: 6,99 cm x2
    • Passiv-Radiatoren: 8,0 cm x2
    • Nennleistung: 2 x 20 W RMS; bi-amped
    • Frequenzgang: 55 Hz - 20.000 Hz
    • Signal-Rauschabstand: > 80 dB
    • Spannungsversorgung: 19V, 3A
    • Akku-Typ: Lithium-Ionen-Polymer 36Wh
    • Akku-Ladezeit: 3,5 Stunden
    • Musikwiedergabe: bis zu 15 Stunden
    • Eingänge: 3,5-mm-Kopfhörerbuchse
    • USB-Ausgang: 5V, 2A (maximal)
    • Sendeleistung: 0-12,5 dB/m
    • Sendebereich: 2,402 - 2,480 GHz
    • Abmessungen: (H) 136 mm x (B) 288 mm x (T) 132 mm
    • Land der Herstellung: China
    • Gewicht: ca. 2,4 kg
    • Jahr(e): 2018 - 2022

    80s night
  • Audiocrast Tri-Ball-Absorber

    Audiocrast Tri-Ball-Absorber

    14.7.2022

    Autor: Karsten Hein

    Kategorie: Gear & Review

    Tag(s): Accessories

    Frei aus dem Englischen übersetzt. Hier geht’s zum Original .

    Nach meinen positiven Erfahrungen mit den in China hergestellten Aucharm Akustik Absorbern für unseren Thorens TD320-Plattenspieler Anfang des Jahres fühlte ich mich ermutigt, ein alternatives Tri-Ball-Absorber Design für unseren Dual CS-721-Plattenspieler zu erkunden. Seit meinem ursprünglichen Kauf waren drei Monate vergangen, in denen ich weiter mit den Aucharm-Absorbern experimentiert hatte. Und obwohl ich im Allgemeinen mit ihrer Funktionsweise zufrieden war, hatte ich auch ein leichtes Wackeln festgestellt, das darauf zurückzuführen zu sein schien, dass die drei Löcher des Deckels asymmetrisch zu den Löchern in der Basis waren. Es war schwer zu sagen, ob es sich dabei um einen Fehler des Herstellers oder einfach um einen Teil der Designphilosophie handelte. Anstatt stabil auf den drei Metallkugeln zu stehen, wackelte das Oberteil, bis ein HiFi-Gerät darauf gestellt wurde und das Wackeln unterband. Die Aucharm-Absorber hatten zwei interessante Eigenschaften, die sie ideal für den TD320 machten. Der Durchmesser der oberen Stütze war kleiner als der Durchmesser der darunterliegenden Konstruktion und passte perfekt zu den runden Vertiefungen des Thorens-Chassis. Und sie waren höhenverstellbar, um den Plattenspieler in die Waage zu bringen. Diese Eigenschaften machten sie trotz des leichten Wackelns interessant, aber ich wurde auch neugierig darauf, was der Markt sonst noch zu bieten hatte. Die Audiocrast-Absorber füllten diese Nische für mich perfekt aus, da sie noch etwas stabiler zu sein schienen. Außerdem fand ich es interessant, dass die Audiocrast-Absorber in verschiedenen Farben erhältlich waren, um besser an die Ausstattung angepasst zu werden. Zur Auswahl standen die Farben Silber, Schwarz und Gold. Die hier vorgestellte Farbe ist Silber, auch wenn wir uns bei unserem Dual CS-721 Plattenspieler letztendlich für Schwarz entschieden, weil es in Kombination mit dem original schwarzen oberen Rahmen des Sockels besser harmonierte.

    Die Audiocrast-Absorber waren nicht höhenverstellbar. Das war wichtig zu wissen, wenn man darauf achten wollte, dass der Plattenspieler absolut eben steht. Außerdem besaßen sie einen Mittelzapfen mit einer Gummidichtung drum herum. Die Gummidichtung hielt die obere Hälfte jedes Absorbers über dem Sockel fest. Eine willkommene Funktion, wenn das obere Gerät über ein Regal oder den Boden geschoben werden sollte, aber diese Konstruktion würde auch die Dämmeigenschaften des Absorbers beeinträchtigen, einfach weil es neben der Kugelkupplung eine zusätzliche Schallbrücke gab. Außerdem hatten die Audiocrast-Absorber auf der Ober- und Unterseite 1 mm dicke Kunststoffpolster, die die allgemeine Klangreinheit beeinträchtigen könnten. Meine Erwartungen waren daher nicht allzu groß, und ich bestellte zusätzlich zu den Tri-Ball-Absorbern ein federbasiertes Absorbersystem, um beim Vergleich der Klangbeeinflussung mehr Auswahl zu haben.

    Zu meiner Überraschung übertrafen die Audiocrast-Absorber die Aucharms in Kombination mit unserem Dual-Plattenspieler mit Sockel aus amerikanischem Walnussholz um ein Vielfaches. Die Bassfrequenzen klangen sauberer und hatten etwas mehr Druck. Sowohl die Audiocrast- als auch die Aucharm-Absorber übertrafen die federbelasteten Absorber, da ihr Einfluss auf den Klang noch vergleichbar war. Es schien, dass die federbelasteten Absorber zwar besser isolieren, aber nicht genug Stabilität bieten, um die Eigenschwingungen des Plattenspielermotors zu dämpfen. Ich wechselte zwischen den drei Absorberdesigns und stellte fest, dass der schwarze Aucharm-Look viel besser zu unserem Dual passte als der silberne. Da die Audiocrast-Absorber aber in Kombination mit unserem CS-721 besser klangen, müsste ich sie auch in schwarz bestellen. Die Federabsorber hingegen waren so speziell, dass ich mir zum Zeitpunkt des Schreibens dieses Artikels nicht sicher war, ob es ein Szenario gibt, in dem ihre fehlende Unterstützung jemals nützlich sein könnte.

    Technische Daten

    • Hersteller: Audiocrast
    • Typ: akustischer Tri-Ball-Absorber
    • Anwendung: Vibrationsdämpfung und Isolierung
    • Grundmaterial: Aluminiumlegierung
    • Kugelmaterial: rostfreier Stahl (Keramik optional)
    • Verfügbare Farben: Silber, Schwarz, Gold
    • Belastbarkeit (Viererset): 200 kg (max.)
    • Abmessungen: (B) 39mm; (T) 39mm; (H) 23-24mm(*)
    • Zentralschraube (optional): 8mm
    • Gewicht: 264-272g pro Satz; (66-68g, einzeln(*)
    • Herkunftsland: China

    (*) Hinweis: Unterschiede bei Gewicht und Abmessungen sind auf unterschiedliche Kugeldurchmesser zurückzuführen.


    Digitising Records
  • Dynavox VR-70E II (Teil 2)

    Dynavox VR-70E II (Teil 2)

    26.5.2022

    Autor: Karsten Hein

    Kategorie: Explorations

    Tag(s): Power Amplifiers

    Frei aus dem Englischen übersetzt. Hier geht’s zum Original .

    Als ich im Januar 2022 meinen ersten Testbericht über den erschwinglichen chinesischen Import-Röhrenverstärker schrieb, versprach ich, ein Update über meinen Eindruck vom VR-70E II zu schreiben, nachdem er nach einigen Modifikationen an mich zurückgeschickt worden war. Der Grund für die Überarbeitung des Verstärkers war das Brummen, die fehlende audiophile Frequenzerweiterung sowie die schlechten Transienten und die schlechte Abbildung, die alles in allem zu einer gewissen Fadheit des Klangs führten. Meine ursprünglichen Tests wurden mit unserem Dynaco PAS-4 Röhrenvorverstärker und den beeindruckenden 8-Ohm-Turmlautsprechern Tannoy XT-8f durchgeführt.

    Als ich den Verstärker einschickte, bot mir der Röhrenspezialist einen schnellen Service innerhalb von ein paar Wochen an, dem ich zugestimmt hatte. Dann aber war er irgendwie in andere Projekte verwickelt und schien mich vergessen zu haben. Als er dann anfing, meine Anrufe zu ignorieren - nach fünf Monaten Geduld meinerseits - beschloss ich, dass genug Zeit vergeudet worden war, und holte den VR-70E II in nahezu originalem Zustand ab. Ich glaube, wir waren beide überrascht und traurig, dass ich so entschlossen gehandelt hatte, aber anscheinend war ich einfach mit meiner Geduld mit ihm am Ende. Auf der Heimfahrt, mit dem Verstärker auf dem Rücksitz unseres Autos, überlegte ich, was ich als Nächstes tun könnte: Ihn verkaufen? Ihn für ein späteres Projekt aufbewahren? Ich müsste ihn mir noch einmal anhören, um meine endgültige Entscheidung zu treffen.

    Ich weiß nicht, ob Sie manchmal ein klangliches Gedächtnis für die Dinge haben, die Sie sich angehört haben. Diese Gabe haben wir im Allgemeinen, wenn es um Düfte oder Gerüche geht. Da wir Düfte oft mit Gefühlen verbinden, neigen wir dazu, uns lange an sie zu erinnern. Das gilt vor allem für die frühen Erfahrungen in unserem Leben, und wir erinnern uns vielleicht an den Geruch des Kindergartens, der Schule oder vielleicht des Hauses der Großeltern. Nun, es scheint, dass manche Menschen ein akustisches Gedächtnis haben.

    Ich erinnere mich zum Beispiel lebhaft an die Klangsignatur meines ersten CD-Players. Es handelte sich um einen JVC XL-Z444 aus dem Jahr 1988, und ich habe dieses Gerät vor kurzem sogar wieder gekauft, um den Klang noch einmal zu genießen. Das war beileibe kein audiophiler CD-Spieler und muss in diesem Blog auch nicht besprochen werden, aber seine stoische Rohheit und die pechschwarze Kulisse hatten durchaus ihren Charme und hoben ihn damals von Vinylplatten, Kassetten und Radiosendungen ab. Ich habe es sehr genossen, sie wieder zu hören und meine Jugenderinnerungen bestätigt zu bekommen. In ähnlicher Weise hatte ich immer noch eine klangliche Erinnerung an VR-70, und ich hatte ein wenig Angst davor, diese beim zweiten Mal wieder aufleben zu lassen.

    Fünf Monate waren seit meinem ersten Test vergangen, und die Aufstellungsumgebung unserer kleinen Anlage hatte sich inzwischen verändert. Die Dynaco-Röhrenkonstruktion war unserem Restek V1 Solid-State-Vorverstärker gewichen. Auch die Lautsprecher waren ausgetauscht worden. Anstelle der Tannoys hatte ein Paar Epicure EPI 500 den Weg in die Aufstellung gefunden und war gerade hinsichtlich der Ankopplung an den Parkettboden optimiert worden. In der Zwischenzeit hatte ich beim Versuch, den Dynaco mit unserem B&K ST-140-Verstärker abzustimmen, gelernt, dass dieser Vorverstärker in einigen Aufstellungskombinationen leicht einen Tiefpass-Effekt haben kann. Bei meinem ersten Test hatte ich den festgestellten Verlust im oberen Bereich vorschnell dem Dynavox-Verstärker zugeschrieben. Dies geschah, weil ich mir der Kompatibilitätsmängel des PAS-4 noch nicht bewusst war.

    Als ich mir den VR-70 E II dieses Mal anhörte, waren die Höhen von Anfang an offener und weiträumiger und die Transienten besser. Ich war auch froh, dass das ursprüngliche Röhrenzischen, das ich bei diesem Verstärker gehört hatte, verschwunden war. Dafür gab es zwei Gründe: Erstens war der Restek V1 von vornherein ein geräuschloser Vorverstärker, während der PAS-4 von sich aus ein leichtes Röhrenrauschen erzeugte; zweitens hatte der Techniker ein Erdungsproblem mit dem VR-70 selbst gefunden. Er stellte fest, dass die Eigenschaften des pharadischen Käfigs durch die Farbbeschichtung der Bodenplatte beeinträchtigt waren. Er hatte daraufhin die Farbe entfernt, um die Bodenplatte in das Erdungsschema des Gehäuses einzubeziehen. Dies hatte erhebliche Auswirkungen auf das Grundrauschen des VR-70, das nun kaum noch hörbar war, selbst wenn man das Ohr in die Nähe des Hochtöners hielt.

    Der ursprüngliche Tiefpass-Effekt in Kombination mit dem Dynaco hatte mich auch dazu veranlasst, den Verstärker übereilt zur Reparatur zu bringen - nach nur 40 Stunden Hörbetrieb. In der Zwischenzeit hatte der Techniker die Vorspannung des Verstärkers auf 350 mV eingestellt und ihn noch ein paar Stunden laufen lassen. Auch dies gab dem fabrikneuen Verstärker Zeit, seinen Frequenzgang zu homogenisieren (Einspielzeit), und trug dazu bei, die anfängliche Härte des kritischen Vokalbereichs etwas zu reduzieren. Da sich das obere Ende geöffnet hatte und das untere Ende aufgrund des reduzierten Grundrauschens an Kraft gewonnen hatte, hatte die Musik nun in vielerlei Hinsicht mehr Tiefe und Dimension. Im direkten Gegensatz zum B&K ST-140, der in dieser Position schon einmal zu unserer Zufriedenheit gearbeitet hatte, bot der VR-70 E II eine wesentlich größere Bühne mit einer sehr ähnlichen Tonalität.

    Stimmen wirkten beim Dynavox etwas körniger, ein Eindruck, der sich auch bei voller Betriebstemperatur der Röhren nicht verringerte. Gleichzeitig wirkten die Stimmen bei einigen Aufnahmen etwas distanzierter. Dieser Effekt fiel mir besonders bei dem Album "Love is here to stay" von Tony Bennett und Diana Krall auf. Das mag an den chinesischen Röhren liegen, die sicherlich nicht wegen ihrer überragenden klanglichen Eigenschaften ausgewählt wurden, sondern eher wegen ihres Preis-Leistungs-Verhältnisses bei der Verwendung in einem Einstiegsverstärker. Bei der derzeitigen Leistungsqualität des Dynavox konnte ich mich mit dem Gedanken anfreunden, die Röhren in einer nicht allzu fernen Zukunft aufrüsten zu müssen, um das Versprechen audiophiler Glückseligkeit zu erfüllen.

    Von meinen ursprünglichen vier Beschwerden über den Verstärker - fades Top-End, Röhrenrauschen, schlechte Abbildung und körnige Stimmen - blieb nur der letzte Punkt übrig. Und das - überraschenderweise - obwohl alle Originalteile noch vorhanden sind. Ich kam mir ein wenig dumm vor, weil ich nicht von vornherein versucht hatte, einen anderen Vorverstärker zu verwenden, aber andererseits hätte ich das Problem mit der Erdung des Gehäuses wahrscheinlich auch nicht von selbst herausgefunden. Diese Erfahrung zeigt nur, warum es so wichtig ist, dass diese Seite "Explorations in Audio" heißt und nicht "Fakten" oder "Wahrheiten" in Audio. Das Leben bedeutet ständiges Lernen, und nur die Denkweise eines Entdeckers kann die Überraschungen, die die Reise mit sich bringt, erwarten und schätzen. Um das zu beweisen, und auch um mir selbst das heutige Vatertagsgeschenk meiner Frau zu gönnen, werde ich aufhören zu schreiben und meine Aufmerksamkeit auf das 1970er Album "New Skin For The Old Ceremony" von Leonard Coen auf Vinyl richten.

    Zurück zu Teil 1 | [Fortsetzung folgt mit neuen Röhren...]

    Technische Daten

    • Ausgangsleistung (RMS, 8 Ohm): 2 x 40 Watt
    • Eingangsimpedanz: 20 kOhm
    • Vorverstärkerröhren: 2 x 6F2 (ECF82)
    • Endstufenröhren: 4 x EL34 (ultra-linear)
    • Röhrenvorspannung: 300 - 350 mV
    • Frequenzgang: 10 - 40.000 Hz
    • Harmonische Gesamtverzerrung: 0,1%
    • Signal-Rausch-Verhältnis: >88 dB
    • Dämpfungsfaktor: N.N.
    • Ausgangsklemmen: 4/8 Ohm, vergoldet, für Pik oder Bananen
    • Abmessungen: (B) 35,0 cm x (T) 30,0 cm x (H) 18,5 cm
    • Gewicht: 14,5 Kg
    • Jahr: 2013 - 2022

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    Karsten