Explorations in Audio

Karsten Hein

Sind Sie bereit für eine Entdeckungsreise?

In 'Explorations in Audio' möchte ich einige praktische Erkenntnisse über die Einrichtung und Optimierung eines erschwinglichen HiFi-Systems vermitteln. Obwohl man annehmen könnte, dass eigentlich schon alles über HiFi gesagt wurde, bleiben einige überraschend einfache Fragen offen, z. B.: "Ist digital besser als analog?" "Sind Kabel wichtig?" "Können digitale Kabel Störungen aufnehmen?" "Sollten Lautsprecher auf Spikes gestellt werden? Hat die Entwicklung im HiFi-Bereich ältere Geräte überflüssig gemacht?" "Wo sollte ich meinen Subwoofer aufstellen?" "Welche Raumkorrektur funktioniert am besten?" - Aber: "Sind das wirklich die richtigen Fragen?" - Nun, wir werden sehen.

Was gibt es Neues bei eiaudio?

Während die Einträge in diesem Blog in die drei oben genannten Kategorien unterteilt sind, finden Sie unten eine gemischte Auflistung der neuesten Beiträge. Der aktuellste Artikel wird zuerst angezeigt. Wenn Sie diesen Blog nicht zum ersten Mal besuchen, ist die Liste unten ein guter Ort, um schnell nachzusehen, ob es etwas Neues gibt.

Ihr Beitrag ist mehr als willkommen, solange Sie sich an die audiophile Grundregel "Ohr vor Verstand" halten. Das bedeutet, dass Sie Ihre Kommentare nicht auf der Grundlage dessen abgeben, was Sie zu wissen glauben, sondern nur auf der Basis Ihrer eigenen Hörerfahrung. Sie können uns gerne Geräte zum Testen vorschlagen und Kommentare zu den Beschreibungen hinterlassen, die Sie hier finden.

  • Braun L810

    Braun L810

    Veröffentlicht: 21.6.2026

    Herstellungsdatum: 1970

    Autor: Karsten Hein

    Kategorie: Gear & Review

    Tag(s): Loudspeakers

    Frei aus dem Englischen übersetzt. Hier geht’s zum Original .

    Laut, ausdrucksstark und wuchtig – so würde ich meinen ersten Eindruck von den Braun L810-Lautsprechern beschreiben. Hergestellt in den Frankfurter Braun-Werken während des wirtschaftlichen Aufschwungs der Nachkriegszeit, ist an den L810 aber auch gar nichts „komfortabel“. Und wenn Sie ebenfalls dachten, diese Lautsprecher wären bloß eine größere Version der L480, dann muss ich Sie enttäuschen. 

    Seit ich vor ein paar Monaten die Tauglichkeit der Braun L480-I als Nahfeldmonitore für die Nutzung im Aufnahmestudio entdeckte, hat dies mein Interesse an klassischen Braun-Lautsprechern entfacht. Letztlich ist die originalgetreue Wiedergabe von Klangfarben zu meinem Maßstab bei der Beurteilung von Lautsprechern geworden. Anstatt Höhen und Bässe einzeln zu bewerten, interessiert mich weitaus mehr, ob der resultierende Gesamteindruck lediglich die Eigenschaften eines technischen Systems aufweist oder es vermag, den Charakter und das Gefühl einer echten musikalischen Darbietung abzubilden.

    Viele Lautsprecher schaffen es zwar, einzelne Aspekte wie Bassdruck und Kontur, transparente Stimmen und klare Höhen wiederzugeben, doch wenn es um den klanglichen Charakter, das Timing oder die Größe und Position der Instrumente geht, gelingt es ihnen nicht, die Essenz der ursprünglichen Darbietung abzubilden. Die Musikalität der L480-I hat mich dahingegen positiv überrascht. Und da sie hinsichtlich ihrer moderaten Größe und des geringen Hörabstands eher eingeschränkt waren, fragte ich mich unweigerlich, wie sich ihre größeren Geschwister wohl im Vergleich dazu schlagen würden.

    In den 1970er Jahren bestand Brauns Lautsprecherserie aus der kleinen L410, zahlreichen mittelgroßen Modellen der 500er, 600er und 700er-Reihen und den Top-Modellen L810 und L810-I. Um herauszufinden, wie weit Braun unter der Leitung von Dieter Rams (siehe unten) sein vom Bauhaus inspiriertes, reduziertes Design mit den abgerundeten Kanten getrieben hatte, schien die L810 die naheliegende Wahl zu sein. Und während ich noch darüber nachdachte, ob ich mich für die kleineren L710 entscheiden oder doch die L810 wählen sollte, tauchte ganz in unserer Nähe ein perfekt erhaltenes Paar L810 zum Verkauf auf. Dieser Umstand half mir bei meiner Entscheidung, ebenso wie die Tatsache, dass mein audiophiler Freund Luigi mir kurz darauf ebenfalls schrieb, um mich über das Angebot zu informieren. Dank unseres gemeinsamen Interesses an Lautsprechern können wir Geräte miteinander teilen, tauschen oder gegen andere eintauschen.

    Obwohl mein erster Kontakt mit dem Verkäufer vielversprechend klang und die Brauns auch prompt für mich auf "reserviert" gestellt wurden, musste unser Schriftwechsel mehrere Unterbrechungen hinnehmen, was letztendlich dazu führte, dass sich die Abholung um fast drei Wochen verzögerte. Es stellte sich heraus, dass die L810 Teil des Nachlasses eines Hamburger Arztes waren, der auch ihr erster Besitzer gewesen war und sie Anfang der 1970er Jahre erworben hatte. Abgesehen von zwei kleinen Kratzern auf der Rückseite eines der beiden Lautsprecher sahen die L810 so aus, als kämen sie gerade erst aus dem Braun-Werk in Frankfurt. 

    Typisch für die Zeit waren sie noch mit ihren originalen 0,75 mm²-Kabeln mit DIN-Steckern ausgestattet, was bedeutete, dass ich sie nicht einfach mit dem mitgebrachten Röhrenverstärker testen konnte. Ich beschloss, das Risiko dennoch einzugehen und sie ohne vorherige Prüfung zu erwerben. Allein aufgrund ihres makellosen Erscheinungsbildes schien es mir ein eher geringes Risiko zu sein. Meine Mutter, die mich zur Abholung nach Hamburg begleitet hatte, bewunderte auf der Rückfahrt nach Marne gemeinsam mit mir das zeitlose Braun-Design und die haltbare Bauweise der Lautsprecher.

    Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber jedes Mal, wenn ich Vintage-Lautsprecher wieder zum Leben erwecke, bin ich völlig überwältigt, schon allein von der Tatsache, dass sie immer noch Musik abspielen können. Diese anfängliche Euphorie beruht vermutlich auch auf meinem eifrigen Bestreben, ihren Klangcharakter zu ergründen. Die Frage, die mich beschäftigt und begeistert, lautet: „Wie viel von dem, was ich höre, war eine bewusste Designentscheidung der Entwickler, und wie viel beruht auf Alterung oder meinem noch mäßigen Kenntnisstand?“ Geräte einer anderen Ära erwarteten möglicherweise eine andere Raumausstattung und die Menschen genossen andere Musik. Möglicherweise hatten sie auch andere Maßstäbe für guten Klang, d.h. andere Vorlieben.

    Zudem altern Materialien im Laufe der Zeit. Die Bauteile der Frequenzweiche haben möglicherweise ihren Widerstand oder ihre Kapazität verändert, die Treiber könnten durch vertrocknetes Ferrofluid blockiert sein oder sich im Laufe der Zeit gesenkt haben. Materialien können weich, hart oder spröde geworden sein. Oftmals verstehe ich anfänglich noch nicht richtig, wie die Lautsprecher aufgestellt werden sollten, welche Art von Geräten und welche Positionierung sie erfordern. Daher werden sich anfängliche Schlussfolgerungen im Laufe der Zeit zwangsläufig als falsch erweisen.

    Es ist diese Kombination aus Hoffnung und Ungewissheiten, die Vintage-Geräte so faszinierend für die Menschen macht. Alte Lautsprecher sind wie Fenster, durch die wir in die Vergangenheit blicken können. – Selbst wenn diese Fenster oft zunächst  gründlich gereinigt oder rekonstruiert werden müssen.

    Ich stellte die L810 zunächst an der vierten Hörposition in meinem Studio auf. Diese ist wahrlich kein idealer Standort für Lautsprecher, vielleicht, weil die Dachlinie sowohl hinter als auch vor den Lautsprechern ab einer Höhe von etwa einem Meter nach innen abfällt. Dies kann leicht zu einem unangenehmen, hornartigen Kompressionseffekt führen, der den mittleren Basspegel unnötig anhebt. Doch gerade an dieser Position fiel mir erstmals auf, dass der Bass der L810 ungewöhnlich dumpf und übermächtig klang. Dies war besonders der Fall, wenn die Lautsprecher mit unzureichendem Abstand zueinander aufgestellt waren. Zudem lösten die beiden großen Tieftöner erhebliche Bodenresonanzen im Hörraum aus. Hinzu kam, dass die kleinen 0,75 mm²-Lautsprecherkabel kaum für die Kontrolle des Schwingverhaltens der Tieftöner ausreichten.

    Mein Plan war es deshalb, die fest verlegten Kabel durch Anschlussklemmen zu ersetzen. Ich entschied mich für Terminals von geringer Masse, die aus einem hohlen Metallstift in der Mitte mit aufschraubbaren Kunststoffkappen bestanden. Auch wenn dieser Typ optisch nicht besonders ansprechend ist, bietet er doch den Vorteil, die Kapazität gering zu halten, was insbesondere bei höheren Frequenzen von Vorteil sein kann. Anschließend lud ich einige Freunde ein, um die Lautsprecher mit mir anzuhören. Henrik wies darauf hin, dass bei Verwendung der bisherigen Ständer die Achse der Hochtöner und Mitteltöner mindestens 30 cm über Ohrhöhe lag, was zur allgemeinen Ungenauigkeit im Zeitverhalten beitrug. Dennoch waren sich alle einig, dass die Lautsprecher insgesamt vielversprechend klangen und mit ein paar weiteren Optimierungen phänomenal klingen würden.

    Ich machte mich daran, zwei neue 40-cm-Ständer zu bauen, um die 70-cm-Ständer abzulösen. Die neuen Ständer sind über verstellbare Spikes mit dem Boden gekoppelt, und die Lautsprecher selbst stehen auf vier Filzkissen. Anschließend stellte ich die Braun L810 in Hörposition drei auf, wobei ich unter jeden Lautsprecherständer eine große Betonplatte (100 × 40 cm) legte, um Bodenresonanzen zu minimieren. Diese neuen Bedingungen verbesserten die Bühnenabbildung und die Klangfarbe erheblich. Die L810-Serie ist alles andere als „Plug-and-Play“. Sie erfordert einen großen Raum mit ausreichend Abstand zwischen den Lautsprechern und der Vorderwand (d. h. der Wand hinter den Lautsprechern). In meiner Konfiguration stehen die Lautsprecher 2,20 Meter voneinander entfernt (Mittelachse zu Mittelachse), wobei zwischen ihrer Front und der vorderen Wand des Hörraums ein Abstand von 1,70 Metern besteht.

    In meinem ersten Testszenario hatte ich die L810 mit einer Hafler XL280-Endstufe und Belden 9497-Kabeln getestet, um einen eher präzisen und detailreichen Klang zu erzielen. Das Ergebnis war jedoch aufgrund der zuvor erwähnten Einschränkungen weit hinter meinen Erwartungen zurück geblieben. In meiner zweiten Konfiguration verwendete ich eine Dynavox VR-70E-Röhrenendstufe. Nach kurzer Zeit wechselte ich dort von den Belden-Lautsprecherkabeln zu einem neuen Satz maßgefertigter Kabel, die Matthias speziell für den Einsatz mit Röhrenverstärkern angefertigt hatte. Dadurch konnten die L810 noch mehr musikalische Details wiedergeben. Die Instrumente wurden räumlich greifbarer und die Ausklingzeiten kürzer. Der Bass zeigte gleichzeitig mehr Durchschlagskraft und Kontrolle.

    Seit ich sie zum ersten Mal gehört habe, zieht es mich immer wieder zu den L810 zurück. Und doch gibt es etwas an ihnen, das mich seltsam unbefriedigt zurücklässt und mich dazu bringt, die Lautstärke zu erhöhen. Gert Redlich vom Deutschen HiFi-Museum beschreibt in seinem zweiteiligen Bericht eine ähnliche Erfahrung. Vielleicht sind die für den Hoch- und Mitteltönerbereich zuständigen Frequenzweichenkondensatoren ausgetrocknet, und ein Austausch derer würde zu einem ausgewogeneren Klang führen. Ich werde mehr Zeit damit verbringen müssen, den L810 zu hören, um mir sicher zu werden. Vielleicht werde ich auch eine Nahfeldmessung durchführen, um festzustellen, ob technisch noch alles in Ordnung ist. Umso erstaunlicher ist es, dass ich nicht auch nur einen Moment an der klanglichen Integrität der kleineren L480-I gezweifelt habe. Jedesmal, wenn ich sie einschalte, haben sie sofort meine volle Aufmerksamkeit und zaubern mir ein zufriedenes Lächeln ins Gesicht.

    Nun, Größe wird sicherlich überbewertet. Und die L810 müssen erst noch beweisen, dass sie das Zeug dazu haben, auf lange Sicht Gefallen zu finden. Sollte ich tatsächlich die Kondensatoren austauschen müssen, werden Sie dies hier sicherlich in einem separaten Artikel erfahren. — Auf weitere Erkundungen!

    Technische Daten

    • Typ: 3-Wege-Standlautsprecher
    • Original-Standfuß: Braun LF 700 (geneigt)
    • Bauweise: Geschlossen (akustische Suspension)
    • Belastbarkeit: 50 Watt (DIN-Nennwert)
    • Empfindlichkeit: 94,5 dB (1 W/1 m)
    • Nennimpedanz: 8 Ohm
    • Tieftöner: 2 × 21 mm Papiermembran (Typ LC 20/3)
    • Mitteltöner: 50 mm Soft-Dome (15 × 15 cm, Typ LC5)
    • Hochtöner: 25 mm Soft-Dome (14 × 14 cm, Typ LC 3)
    • Frequenzgang: ~ 20 Hz – 25.000 Hz
    • Übergangsfrequenzen: 550 / 4.000 Hz
    • Abmessungen: (H) 65 cm × (B) 26 cm × (T) 28 cm
    • Gewicht: 22 kg pro Lautsprecher
    • Gehäuseaußenseite und Oberfläche: echtes Nussbaumholz
    • Frontgitter: perforiertes Metall, silber/grau
    • Designphilosophie: Dieter Rams, reduzierte Form
    • Herstellungsland: Frankfurt, Deutschland
    • Jahr(e): 1969–1972, unterschiedliche Konfigurationen

    Dieter Rams

    wurde 1932 in Wiesbaden geboren. Er gilt als Allrounder, der das berühmte Braun-Design der 1950er Jahre bis weit über die 1980er Jahre hinaus prägte. Rams, der ursprünglich als Tischler begann, studierte anschließend Architektur und avancierte zu einem namhaften Möbel- und Innenarchitekten, schon bevor er zu Braun kam, um an einigen der gefeierten Entwürfe des Unternehmens mitzuwirken. Rams trat 1955 in den Frankfurter Unterhaltungselektronikhersteller ein und stieg zum Chefdesigner des Unternehmens auf, eine Position, die er bis zu seiner Pensionierung innehatte.

    In der Unternehmenswerbung manchmal als „Mr. Braun“ bezeichnet, hielt Rams strikt an einer Designphilosophie fest, die von Fritz Eichler, Hans Gugelot (Dozent an der Hochschule für Gestaltung Ulm) sowie Herbert Hirche und Wilhelm Wagenfeld (beide ehemalige Bauhaus-Schüler) für Braun entwickelt worden war. Ihre Designphilosophie zeichnete sich vor allem durch reduzierte Form und Benutzerfreundlichkeit aus; diese Kombination machte Braun ab Mitte der 1950er Jahre zu einer äußerst attraktiven Verbrauchermarke. Rams soll einmal gesagt haben: „Gleichgültigkeit gegenüber den Menschen und der Realität, in der sie leben, ist tatsächlich die einzige und größte Sünde im Design.“

    Um die Fortführung großartiger Gestaltung zu gewährleisten, entwickelte Rams eine Liste von Merkmalen, die als „Zehn Prinzipien für gutes Design“ bekannt wurden. Diese lauten: Innovation, Nützlichkeit, Ästhetik, Benutzerfreundlichkeit, Unauffälligkeit, Ehrlichkeit, Langlebigkeit, Gründlichkeit und Umweltfreundlichkeit über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg. Alle Prinzipien klingen auffallend modern und finden sich in Konsumgütern wieder, von Apple iPhones bis hin zu Tesla-Autos.

    Die Braun AG wurde 1967 an die Gillette Company verkauft, die wiederum 2005 von Proctor & Gamble übernommen wurde. P&G führte die Produktion von Braun-Trimmern und -Rasierern fort – seit 1949 das Kerngeschäft des Unternehmens –, während kleine Haushaltsgeräte unter dem Namen Braun seit 2012 von De’Longhi hergestellt werden.

    Braun L810

    Braun L810

    Braun L810

    Jörg Hegemann
  • Symphonic Line Die Erleuchtung MKII

    Symphonic Line Die Erleuchtung MKII

    Veröffentlicht: 25.5.2026

    Herstellungsdatum: 2006

    Autor: Karsten Hein

    Kategorie: Gear & Review

    Tag(s): Pre-Amplifiers

    Frei aus dem Englischen übersetzt. Hier geht’s zum Original .

    Die ersten Röhrenvorverstärker unter dem Namen „Die Erleuchtung“ stellte Symphonic Line der HiFi-Gemeinde bereits gegen Ende der 1990er Jahre vor. Die überarbeiteten Versionen MKII und MKII HD folgten 2006 bzw. 2007. Symphonic Line hat im Laufe der Jahre viele außergewöhnliche Audiogeräte entwickelt; doch obwohl ich bereits über Rolf Gemeins beeindruckenden Vorverstärker RG2 sowie die Verstärker RG9 und RG10 Reference berichtet habe, ist dies mein erster Testbericht über ein Röhrengerät dieser Marke.

    Symphonic Line Die Erleuchtung MKII

    Symphonic Line Die Erleuchtung MKII

    Symphonic Line Die Erleuchtung MKII

    crossXculture Business Language Training
  • Hegel H360

    Hegel H360

    Veröffentlicht: 4.5.2026

    Herstellungsdatum: 2015

    Autor: Karsten Hein

    Kategorie: Gear & Review

    Tag(s): Integrated Amplifiers

    Frei aus dem Englischen übersetzt. Hier geht’s zum Original .

    Der Ende 2015 erschienene Hegel H360 Vollverstärker vereint robuste High-End-Verarbeitungsqualität mit einem schlichten, minimalistischen Design, das an die Blütezeit von Braun erinnert. Sein massiver Ringkerntransformator liefert beeindruckende 250 Watt pro Kanal an 8-Ohm-Lasten und verspricht – in Kombination mit seiner patentierten Schaltung mit extrem hoher Dämpfung – eine äußerst präzise Kontrolle, um damit jeden Lautsprecher zu bändigen. Zusätzlich zu den standardmäßigen Cinch- und XLR-Anschlüssen bietet der Hegel H360 hochwertige USB-, Apple AirPlay- und DLNA-Streaming-Funktionen für eine verbesserte Konnektivität.

    Technische Daten

    • Typ: Integrierter Streaming-Verstärker
    • Ausgangsleistung (8 Ohm): 250 W pro Kanal
    • Ausgangsleistung (4 Ohm): 420 W pro Kanal
    • Frequenzbereich: 5 Hz – 180.000 Hz
    • Analoge Eingänge: 1x XLR, 1x Cinch/RCA, 1x Heimkino
    • Analoge Ausgänge (Cinch/RCA): 1x Line-Pegel fix, 1x Line-Pegel variabel
    • Digitale Eingänge: 1x koaxial, 3x optisch, 1x USB, 1x Ethernet (Typ RJ45)
    • Digitaler Ausgang: 1x koaxial (nur von digitale Quellen)
    • Steuereingang: 3,5mm-IR-Buchse (rückseitig)
    • Signal-Rausch-Verhältnis: > 100 dB
    • Übersprechen zwischen den Kanälen: < 100 dB
    • Dämpfungsfaktor: > 4.000 (Ausgangsimpedanz der Endstufe)
    • Verfügbare Ausführungen: Mattschwarz
    • Abmessungen: (H) 12 cm, 15 cm einschließlich Standfüße x (B) 43 cm x (T) 43 cm
    • Gewicht: 20,5 kg (netto), 24 kg (Versandgewicht)
    • Herstellungsland: China
    • Baujahre: 2015 – 2019/20

    Hegel H360 Integrated Amplifier

    Hegel H360 Integrated Amplifier

    Hegel H360 Integrated Amplifier

    80s night
  • Lars Pagelsen Trio, Inner Peace

    Lars Pagelsen Trio, Inner Peace

    Veröffentlicht: 14.2.2026

    Autor: Karsten Hein

    Kategorie: Music & Talk

    Tag(s): Jazz

    Frei aus dem Englischen übersetzt. Hier geht’s zum Original .

    Mit „Inner Peace“ legt das Lars Pagelsen Trio ein CD-Album vor, das klanglich auf bemerkenswert hohem Niveau realisiert wurde. Dynamik, Raumabbildung und tonale Balance überzeugen durch Natürlichkeit und Transparenz – Qualitäten, die sich auch im internationalen Vergleich nicht verstecken müssen. Dadurch ist es besonders für audiophile Hörer interessant. 

    Die Aufnahme besticht durch eine plastische Bühnenstaffelung, klar konturierte Instrumente, natürliche Klangfarben und eine hohe Durchhörbarkeit. Das Klavier steht stabil und körperhaft im Raum, der Bass ist präzise definiert und tonal ausgewogen, das Schlagzeug offen und fein aufgelöst – ohne künstliche Effekte oder übertriebene Kompression.

    Und auch musikalisch zeigt das Trio Profil. Die als „Mindful Jazz“ bezeichnete Spielweise versteht sich weniger als Stilrichtung, denn als Haltung. Sie lässt Raum für Zwischentöne, vertraut auf klare harmonische Strukturen und gibt dem musikalischen Geschehen Zeit zur Entfaltung. Jazz soll für das Publikum nachvollziehbar sein – dieser Gedanke prägte bereits die Ankündigung eines Live-Konzerts im Elbeforum in Brunsbüttel. „Mindful Jazz“ beschreibt somit die bewusste Konzentration auf das Wesentliche: Klang, Zeit und die Räume dazwischen.

    Lars Pagelsen beschäftigt sich seit seinem 18. Lebensjahr intensiv mit Jazz. Seine Begeisterung für das Klavier und für das Komponieren wurde früh durch seine Klavierlehrerin gefördert, die ihm Grundlagen der Notation und des eigenständigen Komponierens vermittelte. Heute studiert er Jazz am Dr. Hoch’s Konservatorium in Frankfurt am Main – ein Ausbildungsweg, der angesichts begrenzter Studienplätze keineswegs selbstverständlich ist. Die Kompositionen für das Trio stammen aus seiner Feder.

    Aufgenommen wurde „Inner Peace“ im Jahr 2024 im D-Room Studio in Gehrden bei Hannover. Die Regie übernahm Hervé Jeanne, das Mastering der CD verantwortete Ralf Jackowski. An der Einspielung wirkten Eleni Granitza am Bass und Nicolas Rotermund am Schlagzeug mit. Das Zusammenspiel der Musiker sowie die sorgfältige Produktion verleihen dem Album seine Geschlossenheit und klangliche Tiefe.

    Seit Anfang 2025 tritt das Lars Pagelsen Trio nun in neuer Besetzung auf: Alisa Pou Montz am Bass und Felix Lothwesen am Schlagzeug erweitern das klangliche Spektrum des Ensembles. Alisa Pou Montz, in der Frankfurter Musikszene eine gefragte Musikerin, bringt ein klares, grooviges Bassspiel ein, während der klassisch ausgebildete Felix Lothwesen dem Schlagzeug mit stilistischer Offenheit und verblüffender klanglicher Differenzierung eine vielseitige Note verleiht.

    Das Album dokumentiert somit nicht nur einen musikalischen Ansatz, sondern auch eine Momentaufnahme in der Entwicklung von Lars Pagelsen – sorgfältig produziert, klanglich anspruchsvoll und mit hörbarer Liebe zum Detail. Ich freue mich schon sehr auf die ersten Tonträger unter neuer Besetzung. Für die audiophile Community bleibt zu hoffen, dass bei kommenden Aufnahmen mit ähnlicher Sorgfalt ans Werk gegangen wird. — Es bleibt also spannend.

    Album hier erhältlich >


    Digitising Records
  • NDHT Norddeutsche HiFi-Tage 2026

    NDHT Norddeutsche HiFi-Tage 2026

    Veröffentlicht: 8.2.2026

    Autor: Karsten Hein

    Kategorie: Explorations

    Tag(s): Norddeutsche HiFi-Tage

    Frei aus dem Englischen übersetzt. Hier geht’s zum Original .

    Seit der Ankündigung, dass die renommierte High-End-Messe 2026 aus dem MOC Event Center in München an einen zentraleren Standort nach Wien verlegt wird, haben sich die Norddeutschen HiFi-Tage zur führenden Veranstaltung der Branche in Deutschland entwickelt. Erstmals wurde in diesem Jahr auch eine Eintrittsgebühr von 15 Euro pro Besucher erhoben.

    Die Zeiten sind schwerer geworden für die HiFi-Community und für die Hersteller, die sich ihr verschrieben haben. Die ehemals wohlhabende Mittelschicht Europas ist zugunsten privilegierter Interessengruppen und libertärer Marktideale förmlich ausgeblutet worden. Die sagenhaften Kapitalgewinne der vergangenen Jahre wurden in vielen Fällen am Staat vorbei in globale Steueroasen gelenkt, und die Verteilung der finanziellen Mittel war auch deshalb schon lange nicht mehr so spürbar ungleich wie heute. Die Lenkung des Staates auf Basis des Shareholder Value dürfte von kurzfristigem Erfolg sein.

    Aber auch technologisch tut sich viel. Die ehemals einflussreiche HiFi-Presse sieht sich zunehmend mit Störgeräuschen durch Social Media-Größen konfrontiert, die der Branche in ihrer kurzen Aufstiegsphase mehr Schaden zufügen als Nutzen bringen. Sagen wir mal so: Wenn Sie an einer Person oder einem Thema schnell das Interesse verlieren möchten, folgen Sie ihnen in den sozialen Medien. Dann ist der Zauber schnell vorbei. Denn in unserer realen „Offline“-Welt der Waren und Dienstleistungen basieren Qualität und Stabilität auch heute noch auf langfristigem Engagement für die Sache, und das fehlt in diesen Algorithmus-basierten Medien spürbar. Der zunehmende Einsatz von KI rückt die Sinnfrage bezüglich der digitalen Medien ebenso ins Rampenlicht. 

    Umso wohltuender und willkommener ist die Gelegenheit, auf den Norddeutschen HiFi-Tagen mit den Herstellern persönlich ins Gespräch zu kommen. Als ich mir wenige Tage vor der Messe die lange Liste der renommierten Aussteller für 2026 ansah, beschloss ich, meine Aufmerksamkeit in erster Linie auf diejenigen zu richten, die ich in den drei vergangenen Jahren versäumt hatte. Und da ich die Messe ungern alleine besuchen wollte, bat ich meinen HiFi-Freund und Lautsprecherkabel-Konstrukteur, Matthias, mich zu begleiten. Das war besonders interessant, denn Matthias brachte zwei neue Kabelprototypen im Koffer mit, als er bei uns in Marne eintraf.

    Matthias beschäftigte sich erneut mit dem Design von Lautsprecherkabeln, seit er von seinen omnidirektionalen Duevel Bella Luna Lautsprechern auf die Jupiter-Serie desselben Herstellers umgestiegen war und kein Kabel fand, das mit den Lautsprechern harmonierte. In der Tat hatte er auch vor vorher schon mit der Entwicklung von Lautsprecherkabeln experimentiert, jedoch erforderten gerade die Jupiter die tiefere Auseinandersetzung mit dem Thema, um deren klanglichen Möglichkeiten voll auszuschöpfen.

    Die Jupiter sind aus zwei Gründen anspruchsvoller zu betreiben: Erstens ist ihr Tieftöner viel größer und erfordert eine bessere Kontrolle seitens der Endstufe; zweitens ist auch ihre Hochtonmembran enorm groß, was leicht zu einem hörbaren Frequenzabfall in den hohen Frequenzen führen kann. Seine Herausforderung bestand also darin, ein Kabel zu entwickeln, mit dem sein Verstärker beide Probleme beheben konnte – was ihm letztendlich auch gelang.

    Matthias ist ein erfahrener Hörer und hat ein gutes Gespür für Nuancen. Durch seinen Hintergrund in der Elektronik und seine Experimente mit dem Bau von HiFi-Kabeln hat er auch ein tieferes Verständnis für die zugrunde liegende Technologie entwickelt. Auf seiner Suche nach dem optimalen Klang ist Matthias ebenso unermüdlich wie ich, auch wenn er dies nicht immer so offen zum Ausdruck bringt. Ich war daher froh, ihn als Begleiter und zusätzliches Paar Ohren dabei zu haben, um meine Erfahrungen an unserem Tag auf der Messe zu vergleichen und diskutieren zu können. Vier Ohren hören bekanntlich mehr als zwei.

    Als wir auf der Messe ankamen, war der Empfangsbereich noch voller Besucher, sodass wir beschlossen, unsere Jacken zunächst anzubehalten und uns direkt in die oberen Stockwerke zu begeben. Dies führte uns zum Ausstellungsraum von ATE Akustik, einem im Jahr 1982 von Norman Gerkinsmeyer gegründeten Unternehmen. Herr Gerkinsmeyer ist ein deutscher Entwickler und Hersteller von Lautsprechern und Spezialtreibern mit Sitz in Neu-Ulm. Er selbst stellte auf der Messe die patentierte Ring Mode Driver (RMD)-Technologie seines Unternehmens vor, ein Biegewellenwandler, der auf einem ovalen Membran-Design basiert.

    ATE Imagine — Ring Mode Driver Lautsprecher

    Norddeutsche HiFi-Tage 2026 ATE-Norman Gerkinsmeyer Lautsprecher

    Nach meiner positiven Bewertung des Biegewellenwandlers von Daniela Manger in den P2-Lautsprechern war ich sehr daran interessiert, mehr über die Unterschiede zwischen den beiden Designs zu lernen. So erfuhr ich, dass das Design des ATE-Treibers durch seine ovale Form die zurückkehrenden Resonanzwellen der Membran auf natürliche Weise dämpft, wohingegen Generationen von Manger-Wandlern ihre charakteristische sternförmige Matte nutzen, um die Rückwellen zu dämpfen. Beide Treiber bieten den erheblichen Vorteil, dass sie in dem für das menschliche Ohr kritischen Frequenzbereich ohne Frequenzweiche auskommen. 

    ATE stellt auch Treiber für die Automobil- und Luftfahrtindustrie her, ein Umfeld, in dem digitale Signalprozessoren intensiv genutzt werden, um den Frequenzgang in einem akustisch ungünstigen Raum zu glätten. Leider kamen diese auch spürbar im Showraum zum Einsatz, was zu einem unnatürlich kurzen Ausklingen, kaum matten Transienten und einem insgesamt stark gezügelten Klang führte. Ich muss zugeben, dass ich für diese Art von Modulation sehr empfindlich bin und persönlich noch nie einen DSP-beeinflussten Hoch-Mitteltonbereich gehört habe, den ich als natürlich empfunden hätte. Unser letzter Musiktitel war „Africa“ von Peter Bence, den wir zuvor auf vielen HiFi-Systemen gehört hatten, der jedoch zugunsten einem glatteren Frequenzbild im Raum seinen üblichen Charme und Reiz nicht zeigen konnte.

    Unsere Tour führte uns dann zu Lyravox, einem deutschen Hersteller von Audiogeräten aus Hamburg. Ich hatte zuvor bereits die kleineren Karlos-Lautsprecher gehört, die mir damals akustisch größer vorkamen als sie aussahen, was höchstwahrscheinlich auf die Verwendung des nach oben abstrahlenden Air-Motion-Transformers und einer aktiven DSP-Modulation anstelle von passiven Frequenzweichen zurückzuführen war. In diesem Jahr stellte Lyravox seine Karlsson Mini Monolith-Standlautsprecher vor. Auch hier wird nichts dem Zufall überlassen, von den vielfältigen Eingangsmodalitäten (XLR, SPDIF, Toslink, analog usw.) über die leistungsstarke integrierte Class-D-Verstärkung (2x 500 + 1x 100 WPC) bis hin zum Mehrkanal-Hi-Res-DSP.

    Die von Lyravox verwendeten Materialien sind von höchster Qualität, von den Sockelplatten aus Naturstein bis hin zu den edlen Gehäusen aus Kunststein, die mit Accuton Keramik-Invert-Dome-Treibern vom Hochtöner bis zum Bass kombiniert sind. Das gesamte Sortiment präsentiert sich in einem klaren, weißen und eleganten Design. Nun sind Hotelzimmer keine idealen Hörräume, und meine anhaltende Kritik an den im Hoch-Mittelton-Bereich verwendeten DSPs könnte wohl auch damit zusammenhängen, dass sie in einem solchen Raum stark eingreifen müssen. Berlin ist nicht allzu weit von Marne entfernt, und vielleicht sollte ich Lyravox einen Besuch abstatten, um mir einen realistischeren Eindruck zu verschaffen. Wir hörten uns unter anderem das Album „Stay Tuned” von Dominique Fils-Animé an.

    AUDES Audio im Nachbarraum blickt auf eine lange Geschichte in der Herstellung von Audiogeräten zurück, die bis ins Jahr 1935 reicht. Das estnische Unternehmen nahm seinen Dienst zunächst mit der Herstellung von Radioempfängern unter dem Namen RET (Raadio-Elektrotehnika Tehas) auf und beschäftigte schon im ersten Jahr 50 Mitarbeiter, die täglich 20 bis 30 Empfänger bauten. Von 1941 bis 1944 gehörte die zu dem Zeitpunkt Raadio-Pioneer genannte Fabrik zu Telefunken und wurde in Funktechnische Fabrik Reval umbenannt. Der Name AUDES existiert seit 1992 und steht für „Audio aus Estland”. 

    Eine vollständige Darstellung der Unternehmensgeschichte ist auf dessen Website verfügbar. Die aktuellen Lautsprecherserien (Reference, Excellence, M-Serie, Credo usw.) sind in ihrer Gestaltung außerordentlich vielfältig und reichen von niedrigen Türmen bis hin zu schlanken Schallwänden, wahlweise in der Breite oder in der Tiefe. An diesem Tag wurden die M5-Lautsprecher ausgestellt, die an der gewählten Position etwas dünn und arm an Klangfarben wirkten. Die Einrichtung der lokalen Elektronik und die Anpassung an den Raum sind natürlich eine Herausforderung. Daher verließen wir dieses Zimmer, ohne einen wirklichen Eindruck von der Fähigkeit der Lautsprecher zu gewinnen.

    Rogers gehört zu den bekannten BBC-Lautsprecherherstellern wie Harbeth und Spendor, welche vor allem in den 1960er- und 1970er-Jahren für ihre weiche, natürliche Wiedergabe der Mitten und Stimmen im Nahfeld und in kleinen Studios bekannt waren. Die Rogers-Lautsprecher, die wir auf den Norddeutschen HiFi-Tagen gehört haben, waren jedoch alles andere als Nahfeldmonitore. Ich habe zwar versäumt, mir den Namen der Lautsprecher vor Ort zu notieren, doch nach meiner Recherche muss es sich wohl um die neu aufgelegten PM510 S3 gehandelt haben, die uns mit einer enormen Dynamik und knackigen, druckvollen Höhen beeindruckten.

    Wir konnten die Treiber durch das Lautsprechergewebe nicht erkennen, und so war ich überrascht, als ich erfuhr, dass die dezidiert metallischen Klänge von einem Audax Seidenkalotten-Hochtöner wiedergegeben wurden. Meiner Meinung nach lässt sich dies nur durch seine relativ ausgeprägte Größe von 34 mm und den starren Metalldiffusor an der Vorderseite erklären. Der Raum war relativ gut besucht, und es gab unter den wenigen Stühlen keinen wirklich optimalen Platz zum Sitzen. Matthias und ich waren uns einig, dass uns der Klang grundsätzlich gefiel, doch wir waren nicht überzeugt, dass wir unter den gegebenen Bedingungen richtig hören konnten. Die teilweise Druckkammer-ähnlichen Höhen der Lautsprecher erinnerten mich an die frühen Ringradiatoren von Fostex und Beymar. 

    Symann Soundboards gehörten sicherlich zu den unkonventionelleren Konstruktionen der Messe. Ihr Ingenieur, Michael Symann, ist von Beruf Klavier- und Cembalobauer und entwickelt seine Lautsprecher auf der Grundlage von Soundboards, den hölzernen Bauteilen, die den Boden des Klaviers bilden und in der richtigen Tonlage mitschwingen. Die Komponenten bestehen aus vier breiten Streifen aus Tonholz, von denen jeweils zwei auf den gegenüberliegenden Seite eines schmalen Lattenrahmens montiert sind. Als Treiber dienen Exciter, wie sie häufig in Fahrzeuganwendungen verwendet werden, und es gibt einen kleinen Air Motion Transformer (AMT) zur Ergänzung der Höhen.

    Dieses innovative Design erzeugt eine Klangwand, die der von Vollbereichs-Elektrostaten ähnelt. Der Frequenzbereich ist jedoch auf die Eigenschaften der verwendeten Materialien beschränkt. Die Genauigkeit der ansonsten sehr präzisen AMTs könnte eventuell darunter leiden, dass der Hochtöner auf der schwingenden Oberfläche zwischen den Resonanzplatten angebracht ist. Ich würde mich freuen, eine zukünftige Version der Soundboards zu hören, bei der der AMT an einer festen Position angebracht ist. Insgesamt sind die Soundboards eine vielversprechende Erfindung und eine spannende Klangerfahrung.

    Wilson Alexx V — Array Loudspeakers

    Norddeutsche HiFi-Tage 2026 Wilson Alexx V Lautsprecher

    Das spektakulärste Hörerlebnis war sicher die Präsentation eines HiFi-Systems der Superlative durch Matthias Böde vom Stereo-Magazin. Als Lautsprecher diente das Modell Alexx V von Wilson Audio, das von enormen VTL Siegfried-Röhren-Monoblöcken angetrieben wurde. Das Ensemble hatte die Leistung einer mittelgroßen PA-Anlage und überraschte seine Zuhörer mit enormen Attacken. Obwohl der Klang während der gesamten Darbietung kontrolliert, präzise, realistisch und knackig blieb, taten mir die Personen in den ersten Reihen in unmittelbarer Nähe der Lautsprecher etwas leid. Wahrscheinlich klingelten ihre Ohren noch lange nach, so wie nach einem guten Live-Konzert. 

    Wir fragten uns auch, wie die Wilson-Lautsprecher wohl in einem Wohnzimmer klingen mögen, wo sie mit moderater Lautstärke betrieben würden. Der Idealbereich eines Lautsprechers ist immer auch auf einen bestimmten Hörabstand und Lautstärkepegel hin optimiert. Die Auswahl der Songtitel war ohne Frage ausgezeichnet und zeigte eindeutig, wer an diesem Nachmittag das Sagen hatte. 

    Während die Präsentation von Matthias Böde im großen Konferenzraum nicht mit den benachbarten Präsentationen zu kollidieren schien, so wurden dennoch einige der Präsentationen durch die laute Konkurrenz auf der anderen Seite des Ganges akustisch an den Rand gedrängt. Je später die Messe wurde, desto lauter spielten einige Hersteller ihre Geräte. Dieses Verhalten zwingt alle Aussteller in einen Teufelskreis, in dem einer nach dem anderen die Lautstärke erhöhen muss, bis aus einer Qualitätsvorführung eine Machtdemonstration wird. Aus diesem Grund konnte ich Mattias manches Highlight der Messe nicht vorführen.

    Zum Abschluss machten wir Halt bei Daniela Manger in Raum 204 und hörten uns eine elektronisch aufgetrennte Version ihrer P2-Lautsprecher an, bei denen der Bassbereich über eine aktive Frequenzweiche angesteuert und durch zwei aktive Bassfallen optimal im Raum ergänzt wurde. Matthias und ich waren von der Raumakustik und der Leistung diesmal sehr positiv beeindruckt. Das Erlebnis war vergleichbar mit meinen Erfahrungen, als ich die P2-Lautsprecher in meinem Studio zum Testen hatte, und ich freute mich, diese Erfahrung bei dieser Gelegenheit mit Matthias teilen zu können.

    Manger P2 — Bending Wave Transducer Loudspeakers

    Norddeutsche HiFi-Tage 2026 Manger P2 Lautsprecher

    Auf dem Rückweg nach Marne machten wir Halt bei einem HiFi-Freund in Barmfeld, um ihm dabei zu helfen, die Klangqualität seiner HiFi-Anlage in einem neu gebauten Hörraum zu verbessern. Den Rest des Abends verbrachten wir damit, Lautsprecher zu verschieben und über Klang zu diskutieren, bis unsere Energie vollständig erschöpft war und wir uns nach einem erfüllten Tag auf den letzten Streckenabschnitt in Richtung Marne begaben.

    < NDHT 2025 | Manger P2 >


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