Explorations in Audio

Karsten Hein

Sind Sie bereit für eine Entdeckungsreise?

In 'Explorations in Audio' möchte ich einige praktische Erkenntnisse über die Einrichtung und Optimierung eines erschwinglichen HiFi-Systems vermitteln. Obwohl man annehmen könnte, dass eigentlich schon alles über HiFi gesagt wurde, bleiben einige überraschend einfache Fragen offen, z. B.: "Ist digital besser als analog?" "Sind Kabel wichtig?" "Können digitale Kabel Störungen aufnehmen?" "Sollten Lautsprecher auf Spikes gestellt werden? Hat die Entwicklung im HiFi-Bereich ältere Geräte überflüssig gemacht?" "Wo sollte ich meinen Subwoofer aufstellen?" "Welche Raumkorrektur funktioniert am besten?" - Aber: "Sind das wirklich die richtigen Fragen?" - Nun, wir werden sehen.

Was gibt es Neues bei eiaudio?

Während die Einträge in diesem Blog in die drei oben genannten Kategorien unterteilt sind, finden Sie unten eine gemischte Auflistung der neuesten Beiträge. Der aktuellste Artikel wird zuerst angezeigt. Wenn Sie diesen Blog nicht zum ersten Mal besuchen, ist die Liste unten ein guter Ort, um schnell nachzusehen, ob es etwas Neues gibt.

Ihr Beitrag ist mehr als willkommen, solange Sie sich an die audiophile Grundregel "Ohr vor Verstand" halten. Das bedeutet, dass Sie Ihre Kommentare nicht auf der Grundlage dessen abgeben, was Sie zu wissen glauben, sondern nur auf der Basis Ihrer eigenen Hörerfahrung. Sie können uns gerne Geräte zum Testen vorschlagen und Kommentare zu den Beschreibungen hinterlassen, die Sie hier finden.

  • Musical Fidelity Nu Vista 3D

    Musical Fidelity Nu Vista 3D

    Veröffentlicht: 25.10.2026

    Herstellungsdatum: 2001

    Autor: Karsten Hein

    Kategorie: Gear & Review

    Tag(s): CD-Players

    Frei aus dem Englischen übersetzt. Hier geht’s zum Original .

    Der Nu Vista 3D wurde zu einer Zeit konzipiert, als sowohl SACD-Player als auch Musik-Streaming gerade in Mode kamen. Und doch änderte Musical Fidelity in letzter Minute seine Planung und brachte einen reinen CD-Player mit echten High-End-Qualitäten auf den Markt: erstklassige Stromversorgung und Resonanzdämpfung, 24-Bit-Delta-Sigma-DAC mit 8-fachem Oversampling und Upsampling, sowie eine respektable Ausgangsstufe auf Basis limitierter Nuvistor-Röhren. 

    [Hörprobe läuft. Vollständiger Bericht in Vorbereitung.]

    Musical Fidelity Nu Vista 3D

    Musical Fidelity Nu Vista 3D

    Musical Fidelity Nu Vista 3D

    Jörg Hegemann
  • Polk Audio RTi A7

    Polk Audio RTi A7

    Veröffentlicht: 12.10.2026

    Herstellungsdatum: 2008

    Autor: Karsten Hein

    Kategorie: Gear & Review

    Tag(s): Loudspeakers

    Frei aus dem Englischen übersetzt. Hier geht’s zum Original .

    Polk Audio blickt auf eine lange Tradition in der Herstellung erschwinglicher Lautsprecher für den Verbrauchermarkt zurück. Das 1972 in Baltimore gegründete Unternehmen setzte sich zum Ziel, hochwertige Lautsprecher zu bauen, die kein Loch in die Haushaltskasse reißen. Dies war vor allem dem Engagement der Eigentümer zu verdanken, den drei Johns Hopkins University Absolventen – Matthew Polk, Sandy Gross und George Klopfer –, die 1974 mit den „Monitor 7“-Lautsprechern ihren ersten kommerziellen Erfolg feierten. Unter den vielen Produktreihen, die folgten, befanden sich einige wahrhaft innovative Designs, wie beispielsweise die „SDA“-Serie aus dem Jahr 1984 sowie das Modell „L800“ aus dem Jahr 2018.

    Mit den RTi A7 mache ich meine erste persönliche Erfahrung mit Polk-Lautsprechern. Obwohl ich mich noch an den Markennamen aus meiner Kindheit erinnere, wurde der amerikanische Audiomarkt der 1980er und 90er Jahre überwiegend von günstigen und dünn klingenden japanischen Produkten dominiert. Ähnlich wie auch heute lag der Schwerpunkt der Mainstream-Werbung auf Produkten, die mit hohen Gewinnspannen verkauft werden konnten, und nicht auf Produkten, die am besten klangen. Und so kam es, dass die Markennamen, die wir in den Haushalten unserer Familie und Freunde sahen, die von Sony, Technics oder Pioneer, JVC, Aiwa oder Kenwood, Yamaha oder vielleicht Denon waren. – Onkyo, Sansui und Nakamichi waren ebenfalls vertreten, galten aber im erschwinglichen Preissegment als eher exotisch.

    Zwar produzierten auch die japanischen Marken eine Auswahl sehr leistungsfähiger High-End-Produkte, doch waren gerade ihre Lautsprecher auf das japanische Gehör abgestimmt, was dazu führen konnte, dass sie in amerikanischen und europäischen Haushalten seltsam fehl am Platz klangen. Die frühen japanischen Transistor-Verstärker, die im unteren Preissegment weit verbreitet waren, konnten metallisch und kalt klingen, und japanische Lautsprecher klangen oft künstlich und flach, mit einer Tendenz zur Höhenbetonung. (Siehe weitere Anmerkungen zu Japanischem Audio unten.) Die Verbraucher jener Zeit akzeptierten einfach, dass aufgenommene Musik weniger mitreißend und befriedigend klang als in der Realität – ganz ähnlich wie es die Besitzer von Soundbars und Bluetooth-Geräten heutzutage erleben. – Denn auch wenn sich die Marken und Technologien deutlich unterscheiden, hat sich die Klangqualität für den Durchschnittsverbraucher nicht wesentlich verbessert.

    Und doch gab es damals amerikanische Marken, die eine für amerikanische Haushalte und den amerikanischen Geschmack besser geeignete Klangbalance boten: McIntosh, Audio Research, Phase Linear und Conrad-Johnson – sie alle fertigten vorzügliche Audiogeräte im oberen Marktsegment an, während David Hafler (ehemals Dynaco) und Adcom das erschwingliche Segment aufmischten. Solche Frontend-Elektronik wäre der natürliche Partner für Polk-Lautsprecher gewesen – neben Marken wie Thiel Audio, Boston Acoustics, Infinity, JBL und Klipsch. Ein direkter Konkurrent von Polk dürfte die Advent Corporation gewesen sein, die sich – ganz ähnlich wie Polk – auf preisgünstige Designs konzentrierte.

    Viele dieser amerikanischen Produkte der 1980er und 1990er Jahre hatten gegenüber ihren japanischen Importpendants einen gemeinsamen Vorteil: Sie trafen die richtige Klangbalance. Ihre Besitzer konnten die Musik laut aufdrehen, ohne befürchten zu müssen, dass ihre Geräte scheppern würden. Die amerikanischen Audiogeräte zeichneten sich durch eine befriedigende Fülle aus, die die vertrauten Aspekte natürlicher Instrumente und Darbietungen unterstrich. Und – rund 40 Jahre später – freue ich mich, berichten zu können, dass diese grundlegende Eigenschaft sich bis zu den RTi A7-Lautsprechern fortgeführt hat. Ihre Klangbalance ist genau dort, wo sie sein sollte – was die Grundvoraussetzung für jeden Lautsprecher ist, über den es sich zu berichten lohnt. Denn eine korrekte tonale Balance bedeutet, dass wir die Musik als Ganzes betrachten können, anstatt uns auf ungeschickte Einzelmerkmale wie die Wiedergabe von Bässen, Mitten oder Höhen konzentrieren zu müssen.

    Die RTi A7-Exemplare, die Gegenstand meines Berichts sind, wurden mir von meinem kanadischen Freund Kristian ausgeliehen. Er ist vor Ort als Schiffslotse tätig und hatte sich seine HiFi-Anlage ursprünglich eingerichtet, um damit Musik und Filme gleichermaßen genießen zu können. In seiner ursprünglichen Konfiguration nutzte er die RTi A7 als Frontlautsprecher. Diese waren an einen Onkyo-Mehrkanal-Receiver angeschlossen, der auch seine Polk-Surround- und Center-Lautsprecher ansteuerte. Wie die meisten Menschen, stellte Kristian seine Lautsprecher links und rechts neben seinem Fernseher so auf, dass sie den Gang durch den Raum nicht behinderten. Sein Wohnzimmer diente vielen Zwecken und war akustisch nicht besonders optimiert. Der Onkyo-Receiver ermöglichte grundlegende Einstellungen zur Raumkorrektur und zur Kalibrierung eines 5.1-Systems, und Kristian war mit dem resultierenden Klang zunächst grundsätzlich zufrieden.

    Erst als er sich meinen Studioaufbau mit Martin Logan SL3 und Epicure EPI 500 anhörte, war er von der Realitätsnähe in Klangfarbe und Bühne eines solchen Systems beeindruckt und begann sich zu fragen, wie weit seine RTi A7 wohl reichen würden, wenn sie in einem akustisch optimierten Raum richtig aufgestellt wären. Um ehrlich zu sein, fragte ich mich genau dasselbe. Einerseits hatte ich schon immer ein Faible für amerikanische Lautsprecher und bereits Gutes über Polk Audio gehört; andererseits war ich von der schieren Größe der RTi A7 beeindruckt. Mit einer Tiefe von 45 cm verfügen sie über ausreichend Volumen für den nötigen Nachdruck und sehen auch nach leistungsfähigen Lautsprechern aus. Wir vereinbarten, sie auf Herz und Nieren in meinem Studio zu testen, sollte sich einmal die Gelegenheit ergeben. Einige Monate später erfuhr ich, dass Kristian umziehen würde und nach einem Ort suchte, an dem er seine Anlage vorübergehend unterbringen konnte. – Das war die Gelegenheit, auf die wir gewartet hatten, und ich war mehr als gerne bereit, ihm diesen Gefallen zu tun.

    Zurück in meinem Studio stellte ich die RTi A7 genau an der angestammten Position meiner Epicure EPOI 500-Lautsprecher auf, wobei der akustische Mittelpunkt jedes Treibers etwa 140 cm von der Vorderwand des Raums (d. h. der Wand hinter den Lautsprechern) entfernt war. Wie üblich befand sich unter jedem Lautsprecher eine 100 x 50 cm große Betonplatte, um Bodenresonanzen zu reduzieren. Die RTi A7 werden mit praktischen Standfüßen ausgeliefert, die auf den Seiten der Gehäuse montiert werden, um ihnen einen breiteren und stabileren Stand zu verleihen. Mit jeweils 25 Kilogramm, dem großzügigen Abstand der Standfüße und ihrer Echtholzfurnier-Oberfläche in Kirsche vermitteln die Lautsprecher einen soliden Eindruck. Und doch ist das gesamte visuelle Design ebenso überzeugend wie unorthodox und gibt bereits einige Hinweise auf die Vorzüge und möglichen Risiken der RTi A7.

    Positiv zu vermerken ist, dass die Hoch- und Mitteltöner sehr eng beieinander positioniert sind und so einer Punktquelle ähneln. Die Hochtönermembran besteht aus einem Seiden-Polymer, was die Wahrscheinlichkeit verringert, dass die Treiber scharf klingen. Zudem ist der Hoch-Mitteltönerbereich intern vom Bassbereich getrennt und verfügt über eine eigene, nach vorne gerichtete Bassreflexöffnung. Zwei Langhub-Tieftöner mit einem Durchmesser von jeweils 18 cm (7 Zoll) sind in der akustisch getrennten Kammer darunter montiert. Diese Tieftöner teilen sich eine nach vorne und eine nach hinten gerichtete Bassreflexöffnung. Die hintere Öffnung verfügt über einen zusätzlichen konischen Diffusor, um zu verhindern, dass der Luftaustritt direkt auf die hintere Raumwand gerichtet wird. Diese Eigenschaft ermöglicht es, die Lautsprecher näher an der Vorderwand aufzustellen, und könnte zudem helfen, Windgeräusche aus der Öffnung zu reduzieren.

    Das Lautsprechergehäuse nutzt Polks gewölbte Schichtholz-Konstruktion, ein charakteristisches Gehäusedesign, welches das Unternehmen „DAHLI“ nennt – kurz für „Damped Asymmetric Hex Laminate Isolation“. In der Dokumentation zur RTi-Serie wird ein sechsschichtiger Aufbau beschrieben, der aus fünf Viskose-Dämpfungsschichten besteht; die gewölbten, asymmetrischen Gehäusewände dienen dazu, die Steifigkeit zu erhöhen, Resonanzen der Platten zu dämpfen und hörbare Klangverfärbungen durch das Gehäuse zu reduzieren. Letztendlich ist es jedoch nicht das Gehäusematerial, sondern die geringe Breite der Lautsprecher in Kombination mit den zahlreichen Öffnungen, die das Design hinsichtlich der Bassgenauigkeit schwieriger handhabbar machen. Mit einer Breite von nur 22,5 cm setzen die RTi A7 zwei 7-Zoll-Langhub-Tieftöner ein, um ausreichend Bassdynamik zu erzeugen. Das bedeutet jedoch, dass sich zwei Treiber mit großer Membranbewegung statt Fläche ein einziges Gehäuse mit mehreren Bassreflexöffnungen teilen. Der darüber angeordnete 6,5-Zoll-Mitteltöner ist im Durchmesser zudem nur geringfügig kleiner als die beiden Tieftöner und befindet sich ebenfalls in einem Gehäuse mit Bassreflex-Öffnungen.

    Das heißt, es sind viele ähnliche Treiber und mehrere Reflexöffnungen vorhanden. Die Herausforderung besteht also darin, in Bezug auf Phase und Timing alles aufeinander abzustimmen und dabei die Aufgaben der einzelnen Komponenten im Frequenzspektrum sauber voneinander getrennt zu halten, damit es nicht zu Überlappungen und gegenseitiger Konkurrenz kommt. Solange die Lautsprecher in einer Mehrkanal-Konfiguration kombiniert mit einem Subwoofer betrieben werden, sind Ungenauigkeiten im Bassbereich weniger problematisch. Denn in einer solchen Konfiguration konkurrieren so viele Treiber gleichzeitig um die Aufmerksamkeit, dass der Wow-Effekt in all seinen technischen Dimensionen eher verblüffend, als musikalisch wirkt. In einer perfekt abgestimmten 2-Kanal-Konfiguration eines akustisch optimierten Raums lenken Ungenauigkeiten jedoch die Aufmerksamkeit eher auf die Lautsprecher selbst, als auf die Musik.

    Ich hörte mir Musik sowohl über eine analoge als auch über eine digitale Quelle an: a) einen Technics SL-1310 Direktantrieb-Plattenspieler von 1975 mit einem AT-VM540 ML-Tonabnehmer und b) einen Pioneer PD-S604 CD-Player mit Plattentellerantrieb von 1995. Beide Quellgeräte sind audiophile Legenden, die für ihre klangliche Integrität bekannt sind, selbst wenn sie recht erschwinglich sind.

    Ich habe zwei Vorstufen mit den Polk getestet: eine RGR „Model 4“-Vorstufe auf Basis von Transistoren und mit diskreter Schaltung (anstelle von Chips) aus dem Jahr 1980, die an dieser Stelle normalerweise mein Front-End ist, und eine Symphonic Line „Die Erleuchtung“-Röhrenvorstufe aus dem Jahr 2006, die mir mein audiophiler Freund Henrik geliehen hat. Die RGR war der heimliche Champion ihrer Zeit. Es handelte sich um eine erschwingliche Vorstufe im PA-Stil, die dank ihrer diskreten Schaltungstechnik, ihres geringen Rauschens und ihrer erweiterten Anschlussmöglichkeiten weit über ihre Preisklasse hinaus angesehen war. „Die Erleuchtung“ ist ein ganz anderes Kaliber. Sie ist ein wahrhaft audiophiles High-End-Juwel, das zeigt, was im Audio-Design möglich ist, sofern Geld keine Rolle spielt.

    Obwohl mir der Klang der RGR gefällt, war sie in einem A/B-Vergleich der Symphonic Line nicht gewachsen. Die Röhrenvorstufe klang in jeder Hinsicht größer, voller und musikalischer. Als Endstufe diente eine Dynavox VR-70E-II EL34-Röhrenendstufe aus dem Jahr 2013. Wie die RGR gilt auch die VR-70E als „Hidden Champion“, die nur ein wenig zusätzliches technisches Know-how benötigt, um großartig zu klingen. Auch wenn es wie ein Widerspruch erscheinen mag: Die EL34-Röhrenendstufe ist ein hervorragender musikalischer Begleiter und erinnert an die Dynaco ST-70, der sowohl die Vorstufe als auch das Unternehmen ihren Namen verdanken. Nur wenige wissen, dass viele der legendären Dynaco-Patente schon in den 1980er Jahren an chinesische Investoren verkauft wurden, nachdem David Hafler das Unternehmen verlassen hatte.

    Ich vermute, dass dieser Ausverkauf amerikanischer Technologie vor allem auf eine mangelnde Wertschätzung der hervorragenden Dynaco-Entwicklungen—sowohl in den USA als auch in Europa—zurückzuführen war. Die Chinesen hingegen begannen zu der Zeit gerade erst damit, die Freuden des High-End-Hörgenusses für sich zu entdecken, und waren schon deshalb begierig nach puristischen High-End-Konstruktionen. (Siehe auch meinen Testbericht zur Dynaco PAS-4-Vorstufe)

    Was die Verbindungskabel angeht, verwende ich meist geflochtene oder abgeschirmte Silber-Solid-Core-Kabel mit ausgeglichener Signalmasse. In diesen Verbindungskabeln finde ich die beste Kombination aus Kohärenz, Dynamik und natürlichen Transienten. Wenn man weiß, wie man HiFi-Systeme richtig aufbaut, klingen Silberkabel weder hart noch schrill, aber sie verzeihen keinerlei Mängel in der Kette. (Übrigens: Falls Sie zu den Menschen gehören, die in öffentlichen Foren lieber „Voodoo“ rufen, anstatt die Gründe für hörbare Unterschiede herausfinden zu wollen, dann sind Silberkabel ganz sicher nichts für Sie. Denn man muss im Aufbau vieles richtig machen, bevor das Kabel wichtig wird.) Zum Anschluss der Lautsprecher verwende ich spezielle, handgeflochtene Multileiter-Kabel, die Matthias maßgeschneidert für mich anfertigt. (Ein vollständiger Bericht über diese Kabel folgt in Kürze.) 

    Ich habe das Glück, dass Matthias mich als Testlabor für seine neuen Kabelentwürfe genutzt hat, was bedeutet, dass ich das Vergnügen hatte, zahlreiche seiner neuen Entwürfe vor allen anderen testen zu dürfen. Es war eine spannende Reise, und wir sind nun an einem Punkt angelangt, an dem ich nie wieder auf seine Kabel verzichten möchte und diese zu meiner größten Zufriedenheit in meinen HiFi-Systemen einsetze. Die Klangbalance, Schnelligkeit, Agilität und die allgemeine Musikalität sind so ausgeprägt, dass die Kabel selbst für das Ohr unsichtbar werden, solange sie gut auf das Gesamtsystem abgestimmt sind. Aufgrund von Unterschieden in der Kapazität und im Aufbau von Endstufen ist sicher nicht jedes Kabel in jeder Situation die optimale Wahl. Die Röhrenvorstufe Dynavox VR-70E-II zum Beispiel verfügt über Anschlussklemmen für 8-Ohm- und 4-Ohm-Lasten und profitiert von Kabeln von niedriger Kapazität, während kräftige Transistorverstärker oft von Designs mit höherer Kapazität profitieren, um eine verbesserte Klangfarbe und weniger Schärfe zu erzielen.

    „Die Erleuchtung“ passt ihre Line-Eingänge automatisch an die Kapazität der Quelle an, was ein echter Vorteil ist, um die resultierende Tonalität richtig abzustimmen. In Kombination mit Matthias’ Kabeln hatten die Polk RTi A7 echte High-End-Partner an ihrer Seite. Die übrigen Komponenten waren zumindest gut genug, um nicht den akustischen Engpass dieses Aufbaus darzustellen. Bei einer Aufstellung entsprechend dem akustischen Profil des Hörraums produzieren die Polk-Lautsprecher natürliche Stimmen und Klangfarben. Die schmalen Frontflächen der Lautsprecher machen jedoch die Vorderwand des Raums zu einem entscheidenden Faktor für das Hörerlebnis. Die Zeitdifferenz der zweiten Reflexion (Quelle: 1. Rückwand – 2. Vorderwand) ist zu gering, um in so dichtem Abstand akustisch vom Quellsignal getrennt zu werden. (Siehe auch "Anmerkung zu Raumreflexionen" unten.) Werden die Lautsprecher also vor einer Glas- oder Betonwand aufgestellt, verwischt dies das Stereobild und lässt sogar ihre Seiden-Composite-Kalotten scharf klingen. Ich habe festgestellt, dass die RTi A7 stark von akustischen Absorbern dahinter profitieren. Vorhänge, Schals, Regale – alles, was die zweite Reflexion absorbiert, hilft.

    Dadurch wird die Klangbühne übersichtlicher und tiefer. Die Phantom-Mitte wird präziser und greifbarer. Das Anbringen von Filzunterlagen unter den Standfüßen trägt zudem zu einem organischeren und natürlicheren Klang bei. Die Basswiedergabe hängt stark vom Musikmaterial ab. Generell ist Bass in Hülle und Fülle vorhanden. Er ist jedoch nicht unbedingt sauber und nuancenreich, was besonders deutlich wird, wenn die Geschwindigkeit der Bassfolgen zunimmt. Ein Schlagzeug ist in seinen Transienten, seinem Anschlag und seinem Ausklingen nicht so gut erkennbar wie auf meinen Martin Logan SL3 und Epicure EPI 500 Lautsprechern. Mir selbst ist die Basswiedergabe in der Regel weniger wichtig. Ich beginne erst dann, mich darum zu kümmern, wenn sie die Klangbalance oder den Realismus des Geschehens beeinträchtigt. Da bei meinem Aufbau jedoch die Klangbalance intakt blieb, wäre ich bereit, ein wenig unscharfen und aufgeblähten Bass in Kauf zu nehmen, um dadurch beim „Ehefrau-Akzeptanz-Faktor“ besser abzuschneiden – was die vorhersehbare Folge einer schlankeren und unauffälligeren Front sein dürfte.

    Und genau das ist die Geschichte der modernen HiFi-Technik. Sie muss größtenteils in den Wohnzimmern der Familie Platz finden und kann nicht allein auf der Grundlage ihrer akustischen Vorzüge konzipiert werden. Frauen haben in der Regel das letzte Wort darüber, was ins Haus kommt und was in der Garage bleiben muss. Wenn ich anbiete, HiFi-Ratschläge zu geben, erlebe ich häufig, wie Männer bei dem Gedanken zusammenzucken, dies mit ihren Frauen besprechen zu müssen. Lautsprecher für den Alltag müssen sich an reale Haushalte verkaufen lassen. Und unter diesen akustisch nicht gerade idealen Bedingungen sind die Polk RTi A7 auf jeden Fall sehr solide Leistungsträger mit unaufdringlich stattlichem Design.

    Anmerkung zum japanischen Audio:

    Meine Behauptung, dass japanische Audiogeräte der 1980er- und 1990er-Jahre in US-Haushalten dünn und teilweise fehl am Platz klingen konnten, könnte wie ein Stereotyp wirken und als Mangel an Respekt gegenüber japanischen Audiodesignern missverstanden werden. Die zahlreichen positiven Rezensionen zu japanischen Geräten auf meinem Blog jedoch sollten hinreichend belegen, dass dies nicht der Fall ist. Vielmehr basieren meine Angaben auf den folgenden Gegebenheiten:

    1. Japanische Importe waren häufiger im unteren Preissegment angesiedelt, wo US-Produkte zu dieser Zeit kaum vertreten waren. Aufgrund der Bedeutung der Versandkosten für die Gesamtpreisgestaltung setzten sich im Niedrigpreissegment leichte Konstruktionen durch.
    2. US-Haushalte verfügten über größere Wohnflächen, im Verhältnis 2:1. Im Durchschnitt standen einem US-Bürger mehr als 60 Quadratmeter Wohnfläche zur Verfügung, während ein Japaner weniger als 30 Quadratmeter für sich beanspruchen konnte. Bässe breiten sich kugelförmig aus und verlieren mit zunehmender Entfernung von den Lautsprechern rasch an Energie, während Höhen weitaus gezielter auf den Hörer ausgerichtet sind.
    3. Obwohl die Baumaterialien in den USA und Japan ähnlich waren (Stein und Beton in den Städten, und überwiegend Holz in ländlichen Gebieten), waren und sind amerikanische Möbel deutlich größer und mit dickeren Polstern versehen. Dies führt zu einer stärkeren Bassabsorption. Japanische Häuser hingegen waren in der Regel spärlich und mit leichten Möbeln eingerichtet.
    4. Hier noch ein Beispiel dafür, wie unsere Wohnräume den Klang unserer Umgebung bestimmen: Wenn Deutsche in die Hände klatschen, nennen sie das „klatschen“, während Menschen in den USA davon als „clap“ sprechen. Da es sich hierbei um Lautmalerei handelt, spiegeln diese Worte wider, was die Sprecher der jeweiligen Sprache hören, wenn sie in ihrer Umgebung in die Hände klatschen. Die Holzwände in US-Haushalten absorbieren die Energie, was zu einem dumpfen „Clap“ führt, während die Steinmauern in deutschen Haushalten die Energie reflektieren und den Nachklang „…tsch“ erzeugen. Obwohl die Hände dieselben sind, ist der Klang, den sie erzeugen, unterschiedlich.

    Anmerkung zu Raumreflexionen:

    Nehmen wir an, Ihr Hörraum ist fünf Meter tief und der Hochtöner des Lautsprechers befindet sich in einem Abstand von einem Meter zur Vorderwand des Raums. Dann würde der vom Hochtöner ausgehende Schall nach 11,7 Millisekunden oder ca. 0,012 Sekunden von der Rückwand des Raums reflektiert werden (sofern sich hinter Ihnen eine blanke Wand befindet). Der reflektierte Schall träfe nach weiteren 15,58 Millisekunden auf die Vorderwand (Reflexion zweiter Ordnung). Für einen ausgewogenen Klang müsste sich Ihr Kopf z.B. 63 cm von der Rückwand entfernt befinden, wodurch sich der Abstand zur Vorderwand auf 4,36 Meter verkürzt und eine zusätzliche Schallverzögerung von 13 Millisekunden bzw. 0,013 Sekunden entstünde.

    Das bedeutet, dass die Reflexion zweiter Ordnung Sie nach 40,24 Millisekunden oder 0,040 Sekunden erreicht. Das Problem ist, dass eine solche überlappende Schallverzögerung genau an der Grenze dessen liegt, wie das menschliche Gehör Echos und Zeitabläufe verarbeiten kann. Anstatt zwei deutlich getrennte Töne zu hören, empfinden Zuhörer diese immer noch kurze Verzögerung als eine starke, unnatürliche Verdichtung des Klangs, eine deutlich „flatternde“ Textur oder einen hohlklingenden, räumlichen Effekt.

    Technische Daten

    • Typ: 3-Wege-Standlautsprecher
    • Prinzip: 2x frontbelüftet/mit Bassreflex, 1x rückseitig mit Bassreflex
    • Merkmale: Polk Resonance Control (ARC)
    • Nennimpedanz: 8 Ohm
    • Wirkungsgrad: 89 dB (1 Watt / 1 Meter)
    • Hochton: 1“ (25,4 mm) Seiden-Polymer-Kalotte
    • Mittelton: 6,5“ (165 mm) Polymer-Verbund-Membran
    • Tiefton: 2 × 7“ (178 mm) Polymer-Verbund-Membran mit langem Hub
    • Treiberprinzip: dynamisch ausgeglichen
    • Frequenzgang (-3 dB): 35 Hz – 26.000 Hz
    • Übergangsfrequenzen: 125 Hz, 2.700 Hz
    • Anschlussklemmen: Bi-Wiring, vergoldet
    • Abmessungen: (H) 107 cm, (B) 22,5 cm, (T) 45,4 cm
    • Ausführungen (Echtholzfurnier): Schwarzeiche, Kirsche
    • Gewicht (pro Lautsprecher): 24,95 kg
    • Garantie auf das Gehäuse: 5 Jahre
    • Herstellungsland: China
    • Baujahre: ca. 2008–2019

    Polk Audio RTi A7

    Polk Audio RTi A7

    Polk Audio RTi A7

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  • Bidjan Tschaitschian, Das FIR-BoxX Projekt

    Bidjan Tschaitschian, Das FIR-BoxX Projekt

    Veröffentlicht: 19.7.2026

    Autor: Karsten Hein

    Kategorie: Explorations

    Tag(s): Active HiFi Systems

    Frei aus dem Englischen übersetzt. Hier geht’s zum Original .

    Der Hamburger IT-Experte Bidjan Tschaitschian nutzt die digitale FIR-Technologie auf Basis der von Andreas Heggendorn in der Schweiz entwickelten FIR-BoxX, um damit eine ultralineare und phasenrichtige Klangwiedergabe für jeden Lautsprechertreiber zu gewährleisten und das Verhalten der Treiber in den Übergangsfrequenzen zu optimieren. Die Abkürzung FIR steht für Finite Impulse Response, und die FIR-BoxX ist ein 8-Kanal-Verstärker, der Phasen-, Zeit-, Amplituden- und Raumkorrekturen zur Klangabstimmung ermöglicht und dadurch das Potenzial hat, High-End-Hörerlebnisse einer breiteren Hörerschaft zugänglich zu machen. — Klingt das kompliziert? 

    Von der Schwingung zum Schall

    Fangen wir von vorne an. Schallwellen entstehen durch physikalische Schwingungen, die die umgebende Luft in Bewegung versetzen. Solche Schwingungen werden z. B. von unseren Stimmbändern erzeugt, wenn wir sprechen, singen oder rufen. Dabei wird Luft aus der Lunge durch die Stimmbänder gepresst, strömt durch den Stimmapparat und Rachen und tritt aus dem Mund aus. Der daraus entstehende Klang wird durch die einzigartige Physiognomie jedes Einzelnen bestimmt. Manche Menschen klingen laut, rau oder angeregt, während andere leise, ruhig, kraftlos oder schüchtern klingen.

    In ähnlicher Weise erzeugen Musikinstrumente Schallwellen, die von schwingenden Plättchen, Saiten und Trommelfellen oder vom Metall von Triangeln oder Gongs ausgehen. Analog zur menschlichen Stimme werden diese Schwingungen durch die einzigartige Form, den Resonanzkörper und die Größe des jeweiligen Instruments geprägt. Auch die verwendeten Materialien spielen eine Rolle, da sie ihre eigenen Resonanzfrequenzen zum entstehenden Klang beitragen. Dadurch erhält jedes Instrument seinen eigenen unverwechselbaren Charakter und wird vom Musiker, der es spielt, mehr oder weniger hoch geschätzt.

    Schallwellen verlassen den Resonanzkörper in einem spezifischen Muster und liefern den Zuhörenden Hinweise sowohl auf den tonalen Charakter des Instruments als auch der Person, auf Spiel- oder Sprechstil, sowie auf die Entfernung und Position im Verhältnis zum Zuhörer. Sind mehrere aktive Instrumente oder Personen beteiligt, vermögen es unsere Ohren, die Abstände zwischen ihnen zu bestimmen und eine imaginäre Karte der Szene oder Bühne zu erstellen. Die Phasenlage und zeitliche Kohärenz sind in diesem Zusammenhang besonders wichtig, da gerade sie es uns ermöglichen, den Standort akustisch zu bestimmen. Höhere Frequenzen sind in diesem Kontext aussagekräftiger und leichter herauszuhören als tiefe Frequenzen.

    Jede Schwingung hat einen definierten Anfang, eine bestimmte Dauer und ein definiertes Ende. Mit Berücksichtigung der Zeitachse, entsteht durch Ein- und Ausschwingen ein vierdimensionales Energieereignis, das sich durch den Raum bewegt. Instrumentenbauer suchen nach angenehmen Obertönen und versuchen, unerwünschte Resonanzen aus dem Klang des Instruments zu eliminieren. Aber Menschen legen auch ganz allgemein Wert darauf, angenehm zu klingen, um sozial angenommen zu werden. Folglich wachsen wir in einer Welt auf, in der jeder Äußerung ein Zweck und eine Absicht zugrunde liegen und jeder Klang Kohärenz aufweist. Abweichungen davon sind überwiegend beabsichtigt und von Bedeutung. Zum Beispiel: Dissonanzen signalisieren oftmals Not. Und eine plötzliche Kompression von Frequenzen deutet darauf hin, dass sich die Schallquelle mit hoher Geschwindigkeit auf uns zubewegt.

    Aufnahme: Aus Groß mach Klein

    Obwohl Instrumente von winzig und kompakt bis hin zu groß und sperrig reichen können, hat sich gezeigt, dass sich ihre akustische Leistung mit einer einzigen kleinen Mikrofonmembran originalgetreu aufnehmen lässt. Tatsächlich ist die Membran des Aufnahmegeräts wesentlich kleiner als das Instrument und besteht aus Materialien, die hinsichtlich ihrer eigenen Resonanz über das gesamte musikalische Spektrum hinweg weitgehend neutral bleiben. Die Aufgabe des Mikrofons besteht darin, das akustische Ereignis einzufangen, ohne zu viele eigene Eigenschaften einzubringen. Wird ein solch lineares Mikrofon gefunden, sind damit hochwertige Aufnahmen über ein breites Frequenzspektrum hinweg möglich. Die Phasen-Zeit-Beziehungen der Instrumente werden jeweils von einer einzigen Membran erfasst und bleiben dabei intakt, so wie Frequenzen auch auf das menschliche Ohr treffen.

    Während eine kleine Mikrofonmembran ausreicht, um die Schwingungen großer Instrumente und lebensgroßer SängerInnen zu erfassen, müssen die Wiedergabegeräte im Studio oder Wohnzimmer wiederum groß und kräftig ausgelegt sein, um einen authentischen Eindruck des originalen Geschehens wiederzugeben. Die Luft muss auf dieselbe Weise angeregt werden, wie dies am Tag der Aufnahme der Fall war, auch, wenn nun die ursprünglichen Instrumente und Sänger nicht mehr anwesend sind. Das heißt: Es sind keine Metalle, Hölzer, Saiten oder Trommeln im Raum. Hier genau liegt die große Herausforderung im Lautsprecherbau.

    Wiedergabe: Aus Klein mach Groß

    Hohe Frequenzen erfordern dabei eine steife, ultraleichte Membran, um spontan eine schnelle Beschleunigung zu ermöglichen. Mitteltöne müssen tonal richtig wiedergegeben werden, da der Mensch äußerst empfindlich auf Klangveränderungen im Frequenzspektrum der menschlichen Stimme reagiert; und Bassfrequenzen müssen kraftvoll und zugleich vielschichtig und nuanciert sein. Während die verschiedenen Schallwandler all dies leisten sollen, dürfen sie keine eigenen Resonanzfrequenzen beisteuern. Der traditionelle Designansatz besteht deshalb darin, mit zwei oder drei spezialisierten Lautsprechertreibern zu arbeiten, von denen jeder perfekt auf einen engen Frequenzbereich ausgelegt ist.

    Die Wiedergabe des Klangs über separate Treiber bringt natürlich einige Herausforderungen mit sich. Denn das Material, die bewegte Masse und das akustische Zentrum sind von Treiber zu Treiber unterschiedlich. Jeder Treiber weist spezifische Eigenschaften hinsichtlich Beschleunigung und Verzögerung auf. Aber auch die Materialresonanzen, der elektrische und physikalische Widerstand, der Wirkungsgrad und die Membranauslenkung sind nicht identisch. Deshalb bleibt das resultierende Klangbild unmöglich vollständig erhalten, egal wie gut die Weiche konzipiert wurde. Phasen- und Zeitverschiebungen treten auch bei Instrumenten und im Studio auf, doch anders als im Studio erhalten die bei der Wiedergabe entstehenden Phasenfehler keine nützlichen oder natürlichen Informationen für das menschliche Ohr und beeinträchtigen somit deutlich die Integrität des Gesamterlebnisses.

    Einzel- vs. Mehrfachtreiber

    Hersteller gehen mit diesem Thema auf unterschiedliche Weise um: Die Dahlquist DQ10-Lautsprecher von Saul Marantz z.B. sind ein sorgfältig aufeinander abgestimmtes 5-Wege-Phasenarray. Bei seinem berühmten Erstlingswerk brachte Marantz die akustischen Zentren aller fünf Treiber auf eine Ebene, um die zeitliche Verschiebung zwischen ihnen auf ein Minimum zu reduzieren. Sein Entwurf gelang so gut, dass die DQ10 bis heute als außergewöhnlich musikalische Lautsprecher gelten. Marantz’ Idee ging auf einen früheren Entwurf der englischen Firma Quad zurück, die einen Lautsprecher mit ähnlichen Abmessungen wie den Dahlquist entwickelt hatte, der allerdings auf einer einzigen Membran basierte. Die Quad ESL 57 ist berühmt für ihre phasengerechte Musikwiedergabe, die die meisten Lautsprecher ihrer Zeit übertraf. Saul Marantz wollte den phasenrichtigen Klang eines elektrostatischen Lautsprechers mit der dynamischen Lautstärke eines dynamischen Systems vereinen.

    Die Martin-Logan-SL3-Lautsprecher streben ein ähnliches Ergebnis an, indem sie eine elektrostatische „Mylar“-Membran für Höhen und Mitten verwenden und diese mit einem dynamischen Tieftöner kombinieren, um eine natürliche Basswucht und Dynamik zu erzielen. Wollte man mit elektrostatischen Lautsprechern das gesamte Frequenzspektrum einschließlich des Bassbereichs abdecken, müssten diese sehr groß sein. Zur Wahrung der Homogenität kommt der dynamische Tieftöner der SL-3 erst bei sehr tiefen Frequenzen zum Einsatz, bei denen das menschliche Ohr nicht mehr so empfindlich ist, was die Konfiguration mit zwei Treibern angenehmer macht. Elektrostatische Lautsprecher sind jedoch von Natur aus bipolar und erfordern deshalb eine sorgfältige Aufstellung. Darüber hinaus benötigen sie viel Platz zur Wand sowie ausreichend Erfahrung bei der Einrichtung von HiFi Systemen, um ihre Stärken ausspielen zu können. 

    Magnetostatische Lautsprecher, wie beispielsweise von Magnepan und anderen Herstellern vorgestellt, bieten ähnliche Vorteile und lassen sich einfacher aufstellen. Sie eignen sich zudem besser für kleinere Räume. Alle genannten Konstruktionen stellen einzigartige Ansätze zur Lösung der Phasen- und Laufzeitprobleme durch Ein-Treiber-Konzepte dar. Wirklich gelungene Designs sind jedoch nach wie vor selten in den Wohnzimmern der Menschen vertreten, da sie zudem eine hervorragende Musikquelle, eine durchdachte Verkabelung, leistungsstarke Verstärker sowie akustisch optimierte Räume erfordern. Wer hat das schon?

    Meiner Erfahrung nach sind weitaus weniger Menschen bereit, Geld, Zeit und Energie zu investieren, um sich mit der Einrichtung eines High-End-Systems in einem fachgerecht akustisch behandelten Raum zu widmen, als dass sich Menschen für das Hörerlebnis selbst interessieren. Und tatsächlich kann bei der Einrichtung eines HiFi-Systems so viel schiefgehen, dass ich diesem Thema über die vergangenen Jahre rund 30 Kapitel gewidmet habe, die in „High Fidelity“ dieses Blogs nachzulesen sind. Sicherlich kann es nicht schaden, über fundiertes Wissen zu verfügen und somit die Grundlagen für HiFi- oder High-End-Systeme zu schaffen, doch bietet die FIR-Technologie nun völlig neue Möglichkeiten. Sie verspricht einen ähnlichen Effekt bei deutlich geringeren Kosten und weniger Aufwand zu erzielen, für all diejenigen, die den Genuss eines High-End-Systems ohne den großen Aufwand genießen möchten.

    Optimierung der Treiberansteuerung

    Bevor Sie sich auf Ihr FIR-Abenteuer begeben, ist es wichtig zu verstehen, dass jeder der Verstärker im Inneren der FIR BoxX direkt mit einem der Treiber im Lautsprecher verbunden werden muss. In der Regel bedeutet dies, dass die vorhandene Frequenzweiche des Lautsprechers entfernt oder umgangen wird und an der Rückseite des Lautsprechers ein neuer Mehrkanal-Anschluss installiert wird. Speakon-Anschlüsse – ursprünglich von Neutrik für professionelle Audioanwendungen entwickelt – erweisen sich in diesem Zusammenhang als nützlich, da ihre 8-polige Ausführung vier Endstufenkanäle über einen einzigen Stecker anschließen kann.

    Dank der acht Endstufen in ihrem Inneren kann eine FIR BoxX zwei Lautsprecher mit jeweils 4-Treibern (oder Wegen) versorgen. Das eher ungewöhnliche 5-Wege-Design der Dahlquist DQ10 würde bedeuten, dass zwei FIR BoxX-Verstärker erforderlich sind (aktuell noch nicht ideal umsetzbar, wegen der nötigen Synchronisierung der Clocks), während bei einem 3-Wege-Lautsprecher zwei Kanäle für den Anschluss von einem Subwoofer-Paar frei blieben, sofern dies als Erweiterung gewünscht ist. Jede FIR BoxX liefert bis zu 30 Watt RMS pro Kanal in Class-D-Verstärkung, und auch wenn dies zunächst nicht nach viel Leistung klingt, lässt sich die effektive Ausgangsleistung nicht allein anhand dieser Zahl mit den Leistungswerten einer klassischen Endstufe vergleichen. Und zwar aus gutem Grund:

    Die klassische Endstufe leitet alle Frequenzen bis hin zum Lautsprecher, wo dann die passiven Komponenten der Frequenzweiche das Signal mithilfe von Kondensatoren, Spulen und Widerständen regulieren und aufteilen. Das bedeutet, dass am Verstärker eine relativ komplexe Last anliegt und die passiven Komponenten die Ausgangsleistung schmälern. Bei der FIR BoxX hingegen wird das Signal bereits vor der Verstärkung aufgetrennt, sodass jede Endstufe nur die Signale verarbeiten muss, die für den einen Treiber bestimmt sind, an dem sie direkt angeschlossen ist. Natürlich könnten bei meinen 2-Wege-Lautsprechern von Martin Logan angesichts der komplexen Last eines elektrostatischen Panels die 30 Watt dennoch unzureichend sein. Andererseits arbeiten elektrostatische Lautsprecher ohnehin phasenkohärent und stehen deshalb auch nicht im primären Fokus der FIR-Technologie.

    Der Vorteil der FIR-Technologie kommt vollständig bei Lautsprechern mit mehreren dynamischen Treibern zur Geltung. Während der Einrichtung, die nach aktuellem Stand noch von einer auf diesem Gebiet erfahrenen Person durchgeführt werden muss, wie beispielsweise dem in Hamburg ansässigen FIR-Entwickler Bidjan Tschaitschian, wird das Verhalten jedes Treibers gemessen, für sich allein linearisiert und anschließend mit den anderen Treibern homogenisiert. Die Anweisungen könnten z.B. lauten: „Leite Frequenzen über 800 Hertz an den Mitteltöner.“ „Reduziere eine bestimmte Resonanz um 4 dB.“ „Verzögere den Hochtöner um 0,17 ms.“ „Ändere die Phasenbeziehung zwischen den Treibern.“ „Kompensiere die Resonanzen des Treibergehäuses.“ Oder: „Wende eine bestimmte Abstimmungskurve an.“ – Auf diese Weise ist die FIR BoxX in der Lage, die akustischen Zentren der Treiber aufeinander abzustimmen und elektrische sowie mechanische Ungenauigkeiten im ursprünglichen Treiber- und Lautsprecherdesign auszugleichen.

    Wie ich miterleben konnte, gibt es während diesen ersten Messungen häufige Überraschungen. So kommt es beispielsweise nicht selten vor, dass bei der ursprünglichen Lautsprechermontage die Polarität eines der Treiber vertauscht wurde. Nachdem alle Treiber einzeln und als Ensemble vermessen und justiert wurden, wird noch eine Messung der kompletten Anlage durchgeführt, bei der die Lautsprecher auf die spezifischen Eigenschaften des Hörraums abgestimmt werden, so wie diese von der Hörposition aus wahrgenommen werden. Ich war Zeuge einer solchen Einrichtung im Hörraum meines audiophilen Weggefährten Henrik. Sein Raum war bereits akustisch optimiert worden; wir hatten die Lautsprecher entsprechend dem spezifischen Resonanzprofil des Raums aufgestellt und zuvor die Abkopplung seiner Lautsprecher vom Boden optimiert. Angesichts dieser Vorbereitungen klang bereits der passive Aufbau hervorragend.

    Henriks Dieter-Achenbach-Trinity-Lautsprecher verfügen über Chassis von sehr hohem Wirkungsgrad und hoher Materialqualität. Die original verbaute Frequenzweiche verwendete hochwertige Bauteile und war gut auf die Chassis abgestimmt. Als ich Bidjan Tschaitschian während der Treiber-Einmessung und FIR-BoxX-Einrichtung über die Schulter blickte, konnte ich die Resonanzen und Frequenzspitzen der Treiber sowie deren abfallende Ausgangskurven erkennen. Bidjan passte die Kennlinie des Verstärkers sorgfältig an, um dessen Ausgangssignal an den Treiber anzugleichen und diesen auf eine lineare Kennlinie zu bringen – ein Vorgang, den er sehr gewissenhaft zunächst für jeden einzelnen Treiber und anschließend für die Treiber in Kombination durchführte. Ich machte einige Fotos von diesem Vorgang und musste noch vor Abschluss der Einrichtung abreisen; erst einige Tage später, als bereits alles an seinem Platz stand, kehrte ich für meine Hörproben zurück. 

    Die FIR BoxX kann eingehende Audiosignale sowohl von analogen als auch von digitalen Quellen verarbeiten. Sie bietet jedoch keine RIAA-Korrektur für Phono-Anwendungen. Insgesamt stehen vier Audioeingänge zur Verfügung: Zwei Stereo-Line-Eingänge und zwei optische Eingänge. (Zutreffend für die getestete FIR-BoxX DIY. Manch ältere Geräte verfügen nur über einen Eingang jeder Sorte.) Henriks analoges Frontend bestand aus einem massiven Transrotor Zet3-Plattenspieler mit MC Tonabnehmer, der über einen Phasemation t550-Stepup-Transformator angeschlossen war. Die RIAA-Korrektur erfolgte über einen Symphonic Line „Die Erleuchtung“-Vorverstärker. Von dort aus konnte das Signal entweder zur digitalen Verarbeitung an die FIR-BoxX weitergeleitet werden oder den klassischen analogen Weg zu einer Musical Fidelity M6 PRX-Endstufe nehmen. Henrik hatte die originalen Frequenzweichen der Achenbach unverändert belassen und diese lediglich zur Aktivierung der FIR-Funktion umgangen. Auf diese Weise waren weiterhin A/B-Vergleiche zwischen beiden Technologien möglich. 

    Henriks digitales Frontend bestand aus einem preisgünstigen FIIO SR11 Digitaltransport, der seine Daten über den optischen Eingang direkt in die FIR-BoxX einspeiste. Zu diesem Zeitpunkt verfügte Henrik gerade über kein digitales Frontend für den analogen Verstärker. Aus diesem Grund konnten wir zunächst ausschließlich den direkten A/B-Vergleich zwischen der Verarbeitung des Analogsignals vom Transrotor anstellen, welches entweder an die analoge Musical Fidelity M6 PRX-Endstufe oder über den analogen Eingang der FIR-BoxX an deren internen DAC weitergeleitet wurde. Der nächste Schritt wird folglich darin bestehen, Henriks digitales Frontend um einen CD-Player, einen Streamer und einen DAC zu erweitern, wodurch dann auch Vergleiche aus mehreren digitalen Quellen möglich werden. Dies muss jedoch bis zum nächsten Artikel warten. 

    Aufgrund unserer Hörerfahrungen mit der FIR-BoxX bei der Wiedergabe von Musik aus analogen und digitalen Quellen kann ich sagen, dass sie als elektronisches Gerät nicht die Aufmerksamkeit auf sich zieht, sondern vielmehr die Bühne freigibt, damit sich die Musik frei entfalten kann. Genau das ist es, was alle großartigen High-End-Systeme leisten sollten, doch die FIR-BoxX hat den zusätzlichen Vorteil, dass sie nicht so sehr von perfekten Lautsprechern und Umgebungsbedingungen abhängig ist. Im Bedarfsfall kann sie Unvollkommenheiten entgegenwirken. Henriks Achenbach-Trinity-Lautsprecher spielen auch aufgrund ihres hohen Wirkungsgrads äußerst dynamisch, erfordern jedoch wegen ihrer großen Treiber eine hohe Kontrolle durch den Verstärker. Die FIR-BoxX stellte sich dieser Herausforderung mit Bravour und zeigte keinerlei hörbare Schwächen hinsichtlich der Basswiedergabe. Tatsächlich bewahrte sie die musikalische Integrität jeder Aufnahme so gut, dass Diskussionen über einzelne Aspekte etwas fehl am Platz erscheinen.

    Die Musikwiedergabe ist mit der meiner elektrostatischen Lautsprecher durchaus vergleichbar und klingt auf den Achenbach Trinity aufgrund ihrer Richtcharakteristik deutlich solider und PA-ähnlicher. Während die Martin Logan SL3 die Atmosphäre eines intimen Club-Events erzeugen, bei dem selbst den zartesten Klängen noch Beachtung geschenkt wird, erzählen die Trinity die Geschichte eines großen Bühnenereignisses mit mehr Schwung und Wucht. Beide Wiedergabestile haben durchaus ihren Reiz. Falls Sie meine Berichte über den inflationären Einsatz von DSPs auf Messen und deren negative Auswirkungen auf die Musik gelesen haben, kann ich Ihnen versichern, dass die FIR-Box ein völlig anderes Kaliber ist. Nichts an ihrer Musikwiedergabe wirkt farblos, abgestanden oder gar gekünstelt. In puncto Agilität, Tonalität und Klangbild kann sie sehr gut mit anderen High-End-Anlagen mithalten. Jeder Klang erhält seinen Raum und seine Dimension, und auch der Bass klingt so natürlich, wie er dies sollte.

    Müsste ich einen Engpass benennen, wäre es vermutlich der interne Analog-Digital-Wandler der FIR-BoxX, und zwar deshalb, weil der Wechsel vom Transrotor als Quelle zum digitalen Transport FIIO SR11 eine deutliche Leistungssteigerung mit sich brachte. Einfach alles klang größer und auch überzeugender. Bei der analogen Quelle klang die FIR-BoxX tatsächlich noch etwas dünner und zurückhaltender als der passive Weg unter Verwendung der Musical-Fidelity-M6-PRX-Endstufe. Dies könnte damit zusammenhängen, dass die FIR-BoxX massive Raumresonanzen bei 25 Hz und 50–60 Hz kompensierte, wobei der Musical-Fidelity-Verstärker diese einfach ignorierte; doch da dieselbe Korrektur auch beim Streamen der Musik über den FIIO SR11 wirksam war, konnte die Korrektur sicherlich nicht der einzige Grund sein. Um jedoch eine finale Aussage zur Güte der Analog-Digitalwandung zu treffen, die losgelöst von der spezifischen Testumgebung Bestand hat, sind weitere Tests notwendig.

    Zu unserem Erstaunen gelang es der FIR-BoxX, die perfekte Kontrolle über die Lautsprecher auch bei sehr hohen Lautstärken aufrechtzuerhalten. Jede Endstufe behielt die perfekte Kontrolle über den Treiber, und sowohl das Timing als auch die Detailtreue waren durchweg sehr beeindruckend. Das Klanggeschehen steht fest im Raum, und obwohl der Sweet Spot dem des passiven, analogen Systems ähnelt, offenbart ein Gang durch den Raum einen gleichmäßigeren und klanglich ausgewogeneren Eindruck. Dies macht das Hörerlebnis angenehmer, wenn man das Musikerlebnis mit Freunden und Familie teilen möchte.

    Bidjan Tschaitschian arbeitet derzeit an der Automatisierung des Einrichtungsvorgangs, um die Technologie auch für Privathaushalte leichter zugänglich zu machen. Das einzige verbleibende Hindernis ist die Notwendigkeit, die ursprüngliche Frequenzweiche der Lautsprecher zu umgehen. (Zumindest trifft dies auf konventionelle Lautsprecher zu, die mit FIR-Technik aktiviert werden sollen, siehe unten.) Andererseits macht die Fähigkeit der FIR-BoxX, alle Arten von Mängeln bei Treibern, Lautsprechergehäusen und Hörräumen weitgehend auszugleichen, ihren Einsatz äußerst attraktiv. Hobby-Lautsprecherbauer, Besitzer älterer und minderwertigerer Lautsprecher sowie HiFi-Enthusiasten mit nicht idealen Hörräumen – sie alle werden von der FIR-BoxX profitieren und begeistert sein.

    Ich freue mich darauf, noch mehr darüber zu erfahren.

    Anmerkung: Zum Entstehungszeitpunkt dieses Artikels führt Daniel Gattig von "Lautsprechershop" ein Projekt zur Entwicklung von speziellen Lautsprechern für die Fähigkeiten der FIR-BoxX durch. Markus Grelka von Rose Handwerk bietet bereits FIR-fähige Lautsprecher für das größere Verstärker-Modell, die MUSICWONDER ONE mit einer Nennleistung von 100 WPC, an.

    Technische Daten

    • Gerätename: FIR-BoxX (D.I.Y.)
    • Prinzip: Digitaler Vor- Endverstärker mit DAC
    • Besonderheiten: FIR-Korrektur und Signal-to-DAC-Amp-Direct
    • Strom Aufnahme (Max.): ca. 500 mA / 24V
    • Stromverbrauch (Standby): ca. 15mA @ 20V
    • Ausgangsleistung (4 Ohm): ca. 8x 35 Watt (gen2)
    • Ausgangsleistung (8 Ohm): ca. 8x 30 Watt (gen2)
    • Signalverstärkung der Endstufe: >25dB
    • Analogeingänge (Cinch/RCA): 2x Line Stereo, (2V RMS, -60dB bis 12 dB)
    • Digitaleingänge (Cinch/RCA): 2x 16-24 Bit, 44.1 - 192 kHz,
    • Digitaleingänge (optical/SPDIF): 2x 16-24 Bit, 44.1 - 96 kHz
    • Mindestimpedanz der Lautsprecher: 4 Ohm
    • Schutzfunktionen: Kurzschluss, Gleichstrom, Überhitzen
    • Netzwerkanschluss: LAN/Ethernet 1 GBit RJ45
    • USB Entwickeranschluss: USB 2.0 Highspeed
    • USB Hub: 2× USB Host Typ A (extern), 1× USB Host Typ C (intern), 1× USB Soundkarte (intern)
    • Gehäusemaße: (B)340 x (H)90 x (T)243 mm
    • Gewicht (FIR-BoxX): ca. 3,6 kg
    • Herstellungsland: Deutschland
    • Jahr(e): 2024 (2025, FIR-BoxX DIY) –

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    Bidjan Tschaitschian The FIR-BoxX Project

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    Bidjan Tschaitschian The FIR-BoxX Project

    Bidjan Tschaitschian The FIR-BoxX Project

    80s night
  • Braun L810

    Braun L810

    Veröffentlicht: 21.6.2026

    Herstellungsdatum: 1970

    Autor: Karsten Hein

    Kategorie: Gear & Review

    Tag(s): Loudspeakers

    Frei aus dem Englischen übersetzt. Hier geht’s zum Original .

    Laut, ausdrucksstark und wuchtig – so würde ich meinen ersten Eindruck von den Braun L810-Lautsprechern beschreiben. Hergestellt in den Frankfurter Braun-Werken während des wirtschaftlichen Aufschwungs der Nachkriegszeit, ist an den L810 aber auch gar nichts „komfortabel“. Und wenn Sie ebenfalls dachten, diese Lautsprecher wären bloß eine größere Version der L480, dann muss ich Sie enttäuschen. 

    Seit ich vor ein paar Monaten die Tauglichkeit der Braun L480-I als Nahfeldmonitore für die Nutzung im Aufnahmestudio entdeckte, hat dies mein Interesse an klassischen Braun-Lautsprechern entfacht. Letztlich ist die originalgetreue Wiedergabe von Klangfarben zu meinem Maßstab bei der Beurteilung von Lautsprechern geworden. Anstatt Höhen und Bässe einzeln zu bewerten, interessiert mich weitaus mehr, ob der resultierende Gesamteindruck lediglich die Eigenschaften eines technischen Systems aufweist oder es vermag, den Charakter und das Gefühl einer echten musikalischen Darbietung abzubilden.

    Viele Lautsprecher schaffen es zwar, einzelne Aspekte wie Bassdruck und Kontur, transparente Stimmen und klare Höhen wiederzugeben, doch wenn es um den klanglichen Charakter, das Timing oder die Größe und Position der Instrumente geht, gelingt es ihnen nicht, die Essenz der ursprünglichen Darbietung abzubilden. Die Musikalität der L480-I hat mich dahingegen positiv überrascht. Und da sie hinsichtlich ihrer moderaten Größe und des geringen Hörabstands eher eingeschränkt waren, fragte ich mich unweigerlich, wie sich ihre größeren Geschwister wohl im Vergleich dazu schlagen würden.

    In den 1970er Jahren bestand Brauns Lautsprecherserie aus der kleinen L410, zahlreichen mittelgroßen Modellen der 500er, 600er und 700er-Reihen und den Top-Modellen L810 und L810-I. Um herauszufinden, wie weit Braun unter der Leitung von Dieter Rams (siehe unten) sein vom Bauhaus inspiriertes, reduziertes Design mit den abgerundeten Kanten getrieben hatte, schien die L810 die naheliegende Wahl zu sein. Und während ich noch darüber nachdachte, ob ich mich für die kleineren L710 entscheiden oder doch die L810 wählen sollte, tauchte ganz in unserer Nähe ein perfekt erhaltenes Paar L810 zum Verkauf auf. Dieser Umstand half mir bei meiner Entscheidung, ebenso wie die Tatsache, dass mein audiophiler Freund Luigi mir kurz darauf ebenfalls schrieb, um mich über das Angebot zu informieren. Dank unseres gemeinsamen Interesses an Lautsprechern können wir Geräte miteinander teilen, tauschen oder gegen andere eintauschen.

    Obwohl mein erster Kontakt mit dem Verkäufer vielversprechend klang und die Brauns auch prompt für mich auf "reserviert" gestellt wurden, musste unser Schriftwechsel mehrere Unterbrechungen hinnehmen, was letztendlich dazu führte, dass sich die Abholung um fast drei Wochen verzögerte. Es stellte sich heraus, dass die L810 Teil des Nachlasses eines Hamburger Arztes waren, der auch ihr erster Besitzer gewesen war und sie Anfang der 1970er Jahre erworben hatte. Abgesehen von zwei kleinen Kratzern auf der Rückseite eines der beiden Lautsprecher sahen die L810 so aus, als kämen sie gerade erst aus dem Braun-Werk in Frankfurt. 

    Typisch für die Zeit waren sie noch mit ihren originalen 0,75 mm²-Kabeln mit DIN-Steckern ausgestattet, was bedeutete, dass ich sie nicht einfach mit dem mitgebrachten Röhrenverstärker testen konnte. Ich beschloss, das Risiko dennoch einzugehen und sie ohne vorherige Prüfung zu erwerben. Allein aufgrund ihres makellosen Erscheinungsbildes schien es mir ein eher geringes Risiko zu sein. Meine Mutter, die mich zur Abholung nach Hamburg begleitet hatte, bewunderte auf der Rückfahrt nach Marne gemeinsam mit mir das zeitlose Braun-Design und die haltbare Bauweise der Lautsprecher.

    Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber jedes Mal, wenn ich Vintage-Lautsprecher wieder zum Leben erwecke, bin ich völlig überwältigt, schon allein von der Tatsache, dass sie immer noch Musik abspielen können. Diese anfängliche Euphorie beruht vermutlich auch auf meinem eifrigen Bestreben, ihren Klangcharakter zu ergründen. Die Frage, die mich beschäftigt und begeistert, lautet: „Wie viel von dem, was ich höre, war eine bewusste Designentscheidung der Entwickler, und wie viel beruht auf Alterung oder meinem noch mäßigen Kenntnisstand?“ Geräte einer anderen Ära erwarteten möglicherweise eine andere Raumausstattung und die Menschen genossen andere Musik. Möglicherweise hatten sie auch andere Maßstäbe für guten Klang, d.h. andere Vorlieben.

    Zudem altern Materialien im Laufe der Zeit. Die Bauteile der Frequenzweiche haben möglicherweise ihren Widerstand oder ihre Kapazität verändert, die Treiber könnten durch vertrocknetes Ferrofluid blockiert sein oder sich im Laufe der Zeit gesenkt haben. Materialien können weich, hart oder spröde geworden sein. Oftmals verstehe ich anfänglich noch nicht richtig, wie die Lautsprecher aufgestellt werden sollten, welche Art von Geräten und welche Positionierung sie erfordern. Daher werden sich anfängliche Schlussfolgerungen im Laufe der Zeit zwangsläufig als falsch erweisen.

    Es ist diese Kombination aus Hoffnung und Ungewissheiten, die Vintage-Geräte so faszinierend für die Menschen macht. Alte Lautsprecher sind wie Fenster, durch die wir in die Vergangenheit blicken können. – Selbst wenn diese Fenster oft zunächst  gründlich gereinigt oder rekonstruiert werden müssen.

    Ich stellte die L810 zunächst an der vierten Hörposition in meinem Studio auf. Diese ist wahrlich kein idealer Standort für Lautsprecher, vielleicht, weil die Dachlinie sowohl hinter als auch vor den Lautsprechern ab einer Höhe von etwa einem Meter nach innen abfällt. Dies kann leicht zu einem unangenehmen, hornartigen Kompressionseffekt führen, der den mittleren Basspegel unnötig anhebt. Doch gerade an dieser Position fiel mir erstmals auf, dass der Bass der L810 ungewöhnlich dumpf und übermächtig klang. Dies war besonders der Fall, wenn die Lautsprecher mit unzureichendem Abstand zueinander aufgestellt waren. Zudem lösten die beiden großen Tieftöner erhebliche Bodenresonanzen im Hörraum aus. Hinzu kam, dass die kleinen 0,75 mm²-Lautsprecherkabel kaum für die Kontrolle des Schwingverhaltens der Tieftöner ausreichten.

    Mein Plan war es deshalb, die fest verlegten Kabel durch Anschlussklemmen zu ersetzen. Ich entschied mich für Terminals von geringer Masse, die aus einem hohlen Metallstift in der Mitte mit aufschraubbaren Kunststoffkappen bestanden. Auch wenn dieser Typ optisch nicht besonders ansprechend ist, bietet er doch den Vorteil, die Kapazität gering zu halten, was insbesondere bei höheren Frequenzen von Vorteil sein kann. Anschließend lud ich einige Freunde ein, um die Lautsprecher mit mir anzuhören. Henrik wies darauf hin, dass bei Verwendung der bisherigen Ständer die Achse der Hochtöner und Mitteltöner mindestens 30 cm über Ohrhöhe lag, was zur allgemeinen Ungenauigkeit im Zeitverhalten beitrug. Dennoch waren sich alle einig, dass die Lautsprecher insgesamt vielversprechend klangen und mit ein paar weiteren Optimierungen phänomenal klingen würden.

    Ich machte mich daran, zwei neue 40-cm-Ständer zu bauen, um die 70-cm-Ständer abzulösen. Die neuen Ständer sind über verstellbare Spikes mit dem Boden gekoppelt, und die Lautsprecher selbst stehen auf vier Filzkissen. Anschließend stellte ich die Braun L810 in Hörposition drei auf, wobei ich unter jeden Lautsprecherständer eine große Betonplatte (100 × 40 cm) legte, um Bodenresonanzen zu minimieren. Diese neuen Bedingungen verbesserten die Bühnenabbildung und die Klangfarbe erheblich. Die L810-Serie ist alles andere als „Plug-and-Play“. Sie erfordert einen großen Raum mit ausreichend Abstand zwischen den Lautsprechern und der Vorderwand (d. h. der Wand hinter den Lautsprechern). In meiner Konfiguration stehen die Lautsprecher 2,20 Meter voneinander entfernt (Mittelachse zu Mittelachse), wobei zwischen ihrer Front und der vorderen Wand des Hörraums ein Abstand von 1,70 Metern besteht.

    In meinem ersten Testszenario hatte ich die L810 mit einer Hafler XL280-Endstufe und Belden 9497-Kabeln getestet, um einen eher präzisen und detailreichen Klang zu erzielen. Das Ergebnis war jedoch aufgrund der zuvor erwähnten Einschränkungen weit hinter meinen Erwartungen zurück geblieben. In meiner zweiten Konfiguration verwendete ich eine Dynavox VR-70E-Röhrenendstufe. Nach kurzer Zeit wechselte ich dort von den Belden-Lautsprecherkabeln zu einem neuen Satz maßgefertigter Kabel, die Matthias speziell für den Einsatz mit Röhrenverstärkern angefertigt hatte. Dadurch konnten die L810 noch mehr musikalische Details wiedergeben. Die Instrumente wurden räumlich greifbarer und die Ausklingzeiten kürzer. Der Bass zeigte gleichzeitig mehr Durchschlagskraft und Kontrolle.

    Seit ich sie zum ersten Mal gehört habe, zieht es mich immer wieder zu den L810 zurück. Und doch gibt es etwas an ihnen, das mich seltsam unbefriedigt zurücklässt und mich dazu bringt, die Lautstärke zu erhöhen. Gert Redlich vom Deutschen HiFi-Museum beschreibt in seinem zweiteiligen Bericht eine ähnliche Erfahrung. Vielleicht sind die für den Hoch- und Mitteltönerbereich zuständigen Frequenzweichenkondensatoren ausgetrocknet, und ein Austausch derer würde zu einem ausgewogeneren Klang führen. Ich werde mehr Zeit damit verbringen müssen, den L810 zu hören, um mir sicher zu werden. Vielleicht werde ich auch eine Nahfeldmessung durchführen, um festzustellen, ob technisch noch alles in Ordnung ist. Umso erstaunlicher ist es, dass ich nicht auch nur einen Moment an der klanglichen Integrität der kleineren L480-I gezweifelt habe. Jedesmal, wenn ich sie einschalte, haben sie sofort meine volle Aufmerksamkeit und zaubern mir ein zufriedenes Lächeln ins Gesicht.

    Nun, Größe wird sicherlich überbewertet. Und die L810 müssen erst noch beweisen, dass sie das Zeug dazu haben, auf lange Sicht Gefallen zu finden. Sollte ich tatsächlich die Kondensatoren austauschen müssen, werden Sie dies hier sicherlich in einem separaten Artikel erfahren. — Auf weitere Erkundungen!

    Technische Daten

    • Typ: 3-Wege-Standlautsprecher
    • Original-Standfuß: Braun LF 700 (geneigt)
    • Bauweise: Geschlossen (akustische Suspension)
    • Belastbarkeit: 50 Watt (DIN-Nennwert)
    • Empfindlichkeit: 94,5 dB (1 W/1 m)
    • Nennimpedanz: 8 Ohm
    • Tieftöner: 2 × 21 mm Papiermembran (Typ LC 20/3)
    • Mitteltöner: 50 mm Soft-Dome (15 × 15 cm, Typ LC5)
    • Hochtöner: 25 mm Soft-Dome (14 × 14 cm, Typ LC 3)
    • Frequenzgang: ~ 20 Hz – 25.000 Hz
    • Übergangsfrequenzen: 550 / 4.000 Hz
    • Abmessungen: (H) 65 cm × (B) 26 cm × (T) 28 cm
    • Gewicht: 22 kg pro Lautsprecher
    • Gehäuseaußenseite und Oberfläche: echtes Nussbaumholz
    • Frontgitter: perforiertes Metall, silber/grau
    • Designphilosophie: Dieter Rams, reduzierte Form
    • Herstellungsland: Frankfurt, Deutschland
    • Jahr(e): 1969–1972, unterschiedliche Konfigurationen

    Dieter Rams

    wurde 1932 in Wiesbaden geboren. Er gilt als Allrounder, der das berühmte Braun-Design der 1950er Jahre bis weit über die 1980er Jahre hinaus prägte. Rams, der ursprünglich als Tischler begann, studierte anschließend Architektur und avancierte zu einem namhaften Möbel- und Innenarchitekten, schon bevor er zu Braun kam, um an einigen der gefeierten Entwürfe des Unternehmens mitzuwirken. Rams trat 1955 in den Frankfurter Unterhaltungselektronikhersteller ein und stieg zum Chefdesigner des Unternehmens auf, eine Position, die er bis zu seiner Pensionierung innehatte.

    In der Unternehmenswerbung manchmal als „Mr. Braun“ bezeichnet, hielt Rams strikt an einer Designphilosophie fest, die von Fritz Eichler, Hans Gugelot (Dozent an der Hochschule für Gestaltung Ulm) sowie Herbert Hirche und Wilhelm Wagenfeld (beide ehemalige Bauhaus-Schüler) für Braun entwickelt worden war. Ihre Designphilosophie zeichnete sich vor allem durch reduzierte Form und Benutzerfreundlichkeit aus; diese Kombination machte Braun ab Mitte der 1950er Jahre zu einer äußerst attraktiven Verbrauchermarke. Rams soll einmal gesagt haben: „Gleichgültigkeit gegenüber den Menschen und der Realität, in der sie leben, ist tatsächlich die einzige und größte Sünde im Design.“

    Um die Fortführung großartiger Gestaltung zu gewährleisten, entwickelte Rams eine Liste von Merkmalen, die als „Zehn Prinzipien für gutes Design“ bekannt wurden. Diese lauten: Innovation, Nützlichkeit, Ästhetik, Benutzerfreundlichkeit, Unauffälligkeit, Ehrlichkeit, Langlebigkeit, Gründlichkeit und Umweltfreundlichkeit über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg. Alle Prinzipien klingen auffallend modern und finden sich in Konsumgütern wieder, von Apple iPhones bis hin zu Tesla-Autos.

    Die Braun AG wurde 1967 an die Gillette Company verkauft, die wiederum 2005 von Proctor & Gamble übernommen wurde. P&G führte die Produktion von Braun-Trimmern und -Rasierern fort – seit 1949 das Kerngeschäft des Unternehmens –, während kleine Haushaltsgeräte unter dem Namen Braun seit 2012 von De’Longhi hergestellt werden.

    Braun L810

    Braun L810

    Braun L810

    Digitising Records
  • Lars Pagelsen Trio, Inner Peace

    Lars Pagelsen Trio, Inner Peace

    Veröffentlicht: 14.2.2026

    Autor: Karsten Hein

    Kategorie: Music & Talk

    Tag(s): Jazz

    Frei aus dem Englischen übersetzt. Hier geht’s zum Original .

    Mit „Inner Peace“ legt das Lars Pagelsen Trio ein CD-Album vor, das klanglich auf bemerkenswert hohem Niveau realisiert wurde. Dynamik, Raumabbildung und tonale Balance überzeugen durch Natürlichkeit und Transparenz – Qualitäten, die sich auch im internationalen Vergleich nicht verstecken müssen. Dadurch ist es besonders für audiophile Hörer interessant. 

    Die Aufnahme besticht durch eine plastische Bühnenstaffelung, klar konturierte Instrumente, natürliche Klangfarben und eine hohe Durchhörbarkeit. Das Klavier steht stabil und körperhaft im Raum, der Bass ist präzise definiert und tonal ausgewogen, das Schlagzeug offen und fein aufgelöst – ohne künstliche Effekte oder übertriebene Kompression.

    Und auch musikalisch zeigt das Trio Profil. Die als „Mindful Jazz“ bezeichnete Spielweise versteht sich weniger als Stilrichtung, denn als Haltung. Sie lässt Raum für Zwischentöne, vertraut auf klare harmonische Strukturen und gibt dem musikalischen Geschehen Zeit zur Entfaltung. Jazz soll für das Publikum nachvollziehbar sein – dieser Gedanke prägte bereits die Ankündigung eines Live-Konzerts im Elbeforum in Brunsbüttel. „Mindful Jazz“ beschreibt somit die bewusste Konzentration auf das Wesentliche: Klang, Zeit und die Räume dazwischen.

    Lars Pagelsen beschäftigt sich seit seinem 18. Lebensjahr intensiv mit Jazz. Seine Begeisterung für das Klavier und für das Komponieren wurde früh durch seine Klavierlehrerin gefördert, die ihm Grundlagen der Notation und des eigenständigen Komponierens vermittelte. Heute studiert er Jazz am Dr. Hoch’s Konservatorium in Frankfurt am Main – ein Ausbildungsweg, der angesichts begrenzter Studienplätze keineswegs selbstverständlich ist. Die Kompositionen für das Trio stammen aus seiner Feder.

    Aufgenommen wurde „Inner Peace“ im Jahr 2024 im D-Room Studio in Gehrden bei Hannover. Die Regie übernahm Hervé Jeanne, das Mastering der CD verantwortete Ralf Jackowski. An der Einspielung wirkten Eleni Granitza am Bass und Nicolas Rotermund am Schlagzeug mit. Das Zusammenspiel der Musiker sowie die sorgfältige Produktion verleihen dem Album seine Geschlossenheit und klangliche Tiefe.

    Seit Anfang 2025 tritt das Lars Pagelsen Trio nun in neuer Besetzung auf: Alisa Pou Montz am Bass und Felix Lothwesen am Schlagzeug erweitern das klangliche Spektrum des Ensembles. Alisa Pou Montz, in der Frankfurter Musikszene eine gefragte Musikerin, bringt ein klares, grooviges Bassspiel ein, während der klassisch ausgebildete Felix Lothwesen dem Schlagzeug mit stilistischer Offenheit und verblüffender klanglicher Differenzierung eine vielseitige Note verleiht.

    Das Album dokumentiert somit nicht nur einen musikalischen Ansatz, sondern auch eine Momentaufnahme in der Entwicklung von Lars Pagelsen – sorgfältig produziert, klanglich anspruchsvoll und mit hörbarer Liebe zum Detail. Ich freue mich schon sehr auf die ersten Tonträger unter neuer Besetzung. Für die audiophile Community bleibt zu hoffen, dass bei kommenden Aufnahmen mit ähnlicher Sorgfalt ans Werk gegangen wird. — Es bleibt also spannend.

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