In 'Explorations in Audio' möchte ich einige praktische Erkenntnisse über die Einrichtung und Optimierung eines erschwinglichen HiFi-Systems vermitteln. Obwohl man annehmen könnte, dass eigentlich schon alles über HiFi gesagt wurde, bleiben einige überraschend einfache Fragen offen, z. B.: "Ist digital besser als analog?" "Sind Kabel wichtig?" "Können digitale Kabel Störungen aufnehmen?" "Sollten Lautsprecher auf Spikes gestellt werden? Hat die Entwicklung im HiFi-Bereich ältere Geräte überflüssig gemacht?" "Wo sollte ich meinen Subwoofer aufstellen?" "Welche Raumkorrektur funktioniert am besten?" - Aber: "Sind das wirklich die richtigen Fragen?" - Nun, wir werden sehen.
Während die Einträge in diesem Blog in die drei oben genannten Kategorien unterteilt sind, finden Sie unten eine gemischte Auflistung der neuesten Beiträge. Der aktuellste Artikel wird zuerst angezeigt. Wenn Sie diesen Blog nicht zum ersten Mal besuchen, ist die Liste unten ein guter Ort, um schnell nachzusehen, ob es etwas Neues gibt.
Ihr Beitrag ist mehr als willkommen, solange Sie sich an die audiophile Grundregel "Ohr vor Verstand" halten. Das bedeutet, dass Sie Ihre Kommentare nicht auf der Grundlage dessen abgeben, was Sie zu wissen glauben, sondern nur auf der Basis Ihrer eigenen Hörerfahrung. Sie können uns gerne Geräte zum Testen vorschlagen und Kommentare zu den Beschreibungen hinterlassen, die Sie hier finden.
Veröffentlicht: 20.2.2026
Herstellungsdatum: 1981
Autor: Karsten Hein
Kategorie: Gear & Review
Tag(s): Turntables
Der zart anmutende Technics SL-7 kombinierte die patentierte Direktantrieb-Topologie des Unternehmens mit einer dynamisch kompensierten linearen Tonarmführung und hervorragender akustischer Gehäuseisolierung. Er versprach auf diese Weise gerade audiophilen Hörern höchsten Genuss. Der SL7 war nur knapp unterhalb des damaligen Flaggschiffmodells SL10 angesiedelt, welches demselben Grunddesign folgte. Bis heute zählen der SL-7 und auch der SL-10 zu den präzisesten Serien-Plattenspielern, die jemals hergestellt wurden.
[Hörtest in Vorbereitung. Vollständiger Bericht folgt.]


Veröffentlicht: 14.2.2026
Autor: Karsten Hein
Kategorie: Music & Talk
Tag(s): Jazz
Mit „Inner Peace“ legt das Lars Pagelsen Trio ein CD-Album vor, das klanglich auf bemerkenswert hohem Niveau realisiert wurde. Dynamik, Raumabbildung und tonale Balance überzeugen durch Natürlichkeit und Transparenz – Qualitäten, die sich auch im internationalen Vergleich nicht verstecken müssen. Dadurch ist es besonders für audiophile Hörer interessant.
Die Aufnahme besticht durch eine plastische Bühnenstaffelung, klar konturierte Instrumente, natürliche Klangfarben und eine hohe Durchhörbarkeit. Das Klavier steht stabil und körperhaft im Raum, der Bass ist präzise definiert und tonal ausgewogen, das Schlagzeug offen und fein aufgelöst – ohne künstliche Effekte oder übertriebene Kompression.
Und auch musikalisch zeigt das Trio Profil. Die als „Mindful Jazz“ bezeichnete Spielweise versteht sich weniger als Stilrichtung, denn als Haltung. Sie lässt Raum für Zwischentöne, vertraut auf klare harmonische Strukturen und gibt dem musikalischen Geschehen Zeit zur Entfaltung. Jazz soll für das Publikum nachvollziehbar sein – dieser Gedanke prägte bereits die Ankündigung eines Live-Konzerts im Elbeforum in Brunsbüttel. „Mindful Jazz“ beschreibt somit die bewusste Konzentration auf das Wesentliche: Klang, Zeit und die Räume dazwischen.
Lars Pagelsen beschäftigt sich seit seinem 18. Lebensjahr intensiv mit Jazz. Seine Begeisterung für das Klavier und für das Komponieren wurde früh durch seine Klavierlehrerin gefördert, die ihm Grundlagen der Notation und des eigenständigen Komponierens vermittelte. Heute studiert er Jazz am Dr. Hoch’s Konservatorium in Frankfurt am Main – ein Ausbildungsweg, der angesichts begrenzter Studienplätze keineswegs selbstverständlich ist. Die Kompositionen für das Trio stammen aus seiner Feder.
Aufgenommen wurde „Inner Peace“ im Jahr 2024 im D-Room Studio in Gehrden bei Hannover. Die Regie übernahm Hervé Jeanne, das Mastering der CD verantwortete Ralf Jackowski. An der Einspielung wirkten Eleni Granitza am Bass und Nicolas Rotermund am Schlagzeug mit. Das Zusammenspiel der Musiker sowie die sorgfältige Produktion verleihen dem Album seine Geschlossenheit und klangliche Tiefe.
Seit Anfang 2025 tritt das Lars Pagelsen Trio nun in neuer Besetzung auf: Alisa Pou Montz am Bass und Felix Lothwesen am Schlagzeug erweitern das klangliche Spektrum des Ensembles. Alisa Pou Montz, in der Frankfurter Musikszene eine gefragte Musikerin, bringt ein klares, grooviges Bassspiel ein, während der klassisch ausgebildete Felix Lothwesen dem Schlagzeug mit stilistischer Offenheit und verblüffender klanglicher Differenzierung eine vielseitige Note verleiht.
Das Album dokumentiert somit nicht nur einen musikalischen Ansatz, sondern auch eine Momentaufnahme in der Entwicklung von Lars Pagelsen – sorgfältig produziert, klanglich anspruchsvoll und mit hörbarer Liebe zum Detail. Ich freue mich schon sehr auf die ersten Tonträger unter neuer Besetzung. Für die audiophile Community bleibt zu hoffen, dass bei kommenden Aufnahmen mit ähnlicher Sorgfalt ans Werk gegangen wird. — Es bleibt also spannend.

Veröffentlicht: 8.2.2026
Autor: Karsten Hein
Kategorie: Explorations
Tag(s): Norddeutsche HiFi-Tage
Seit der Ankündigung, dass die renommierte High-End-Messe 2026 aus dem MOC Event Center in München an einen zentraleren Standort nach Wien verlegt wird, haben sich die Norddeutschen HiFi-Tage zur führenden Veranstaltung der Branche in Deutschland entwickelt. Erstmals wurde in diesem Jahr auch eine Eintrittsgebühr von 15 Euro pro Besucher erhoben.
Die Zeiten sind schwerer geworden für die HiFi-Community und für die Hersteller, die sich ihr verschrieben haben. Die ehemals wohlhabende Mittelschicht Europas ist zugunsten privilegierter Interessengruppen und libertärer Marktideale förmlich ausgeblutet worden. Die sagenhaften Kapitalgewinne der vergangenen Jahre wurden in vielen Fällen am Staat vorbei in globale Steueroasen gelenkt, und die Verteilung der finanziellen Mittel war auch deshalb schon lange nicht mehr so spürbar ungleich wie heute. Die Lenkung des Staates auf Basis des Shareholder Value dürfte von kurzfristigem Erfolg sein.
Aber auch technologisch tut sich viel. Die ehemals einflussreiche HiFi-Presse sieht sich zunehmend mit Störgeräuschen durch Social Media-Größen konfrontiert, die der Branche in ihrer kurzen Aufstiegsphase mehr Schaden zufügen als Nutzen bringen. Sagen wir mal so: Wenn Sie an einer Person oder einem Thema schnell das Interesse verlieren möchten, folgen Sie ihnen in den sozialen Medien. Dann ist der Zauber schnell vorbei. Denn in unserer realen „Offline“-Welt der Waren und Dienstleistungen basieren Qualität und Stabilität auch heute noch auf langfristigem Engagement für die Sache, und das fehlt in diesen Algorithmus-basierten Medien spürbar. Der zunehmende Einsatz von KI rückt die Sinnfrage bezüglich der digitalen Medien ebenso ins Rampenlicht.
Umso wohltuender und willkommener ist die Gelegenheit, auf den Norddeutschen HiFi-Tagen mit den Herstellern persönlich ins Gespräch zu kommen. Als ich mir wenige Tage vor der Messe die lange Liste der renommierten Aussteller für 2026 ansah, beschloss ich, meine Aufmerksamkeit in erster Linie auf diejenigen zu richten, die ich in den drei vergangenen Jahren versäumt hatte. Und da ich die Messe ungern alleine besuchen wollte, bat ich meinen HiFi-Freund und Lautsprecherkabel-Konstrukteur, Matthias, mich zu begleiten. Das war besonders interessant, denn Matthias brachte zwei neue Kabelprototypen im Koffer mit, als er bei uns in Marne eintraf.
Matthias beschäftigte sich erneut mit dem Design von Lautsprecherkabeln, seit er von seinen omnidirektionalen Duevel Bella Luna Lautsprechern auf die Jupiter-Serie desselben Herstellers umgestiegen war und kein Kabel fand, das mit den Lautsprechern harmonierte. In der Tat hatte er auch vor vorher schon mit der Entwicklung von Lautsprecherkabeln experimentiert, jedoch erforderten gerade die Jupiter die tiefere Auseinandersetzung mit dem Thema, um deren klanglichen Möglichkeiten voll auszuschöpfen.
Die Jupiter sind aus zwei Gründen anspruchsvoller zu betreiben: Erstens ist ihr Tieftöner viel größer und erfordert eine bessere Kontrolle seitens der Endstufe; zweitens ist auch ihre Hochtonmembran enorm groß, was leicht zu einem hörbaren Frequenzabfall in den hohen Frequenzen führen kann. Seine Herausforderung bestand also darin, ein Kabel zu entwickeln, mit dem sein Verstärker beide Probleme beheben konnte – was ihm letztendlich auch gelang.
Matthias ist ein erfahrener Hörer und hat ein gutes Gespür für Nuancen. Durch seinen Hintergrund in der Elektronik und seine Experimente mit dem Bau von HiFi-Kabeln hat er auch ein tieferes Verständnis für die zugrunde liegende Technologie entwickelt. Auf seiner Suche nach dem optimalen Klang ist Matthias ebenso unermüdlich wie ich, auch wenn er dies nicht immer so offen zum Ausdruck bringt. Ich war daher froh, ihn als Begleiter und zusätzliches Paar Ohren dabei zu haben, um meine Erfahrungen an unserem Tag auf der Messe zu vergleichen und diskutieren zu können. Vier Ohren hören bekanntlich mehr als zwei.
Als wir auf der Messe ankamen, war der Empfangsbereich noch voller Besucher, sodass wir beschlossen, unsere Jacken zunächst anzubehalten und uns direkt in die oberen Stockwerke zu begeben. Dies führte uns zum Ausstellungsraum von ATE Akustik, einem im Jahr 1982 von Norman Gerkinsmeyer gegründeten Unternehmen. Herr Gerkinsmeyer ist ein deutscher Entwickler und Hersteller von Lautsprechern und Spezialtreibern mit Sitz in Neu-Ulm. Er selbst stellte auf der Messe die patentierte Ring Mode Driver (RMD)-Technologie seines Unternehmens vor, ein Biegewellenwandler, der auf einem ovalen Membran-Design basiert.
ATE Imagine — Ring Mode Driver Lautsprecher

Nach meiner positiven Bewertung des Biegewellenwandlers von Daniela Manger in den P2-Lautsprechern war ich sehr daran interessiert, mehr über die Unterschiede zwischen den beiden Designs zu lernen. So erfuhr ich, dass das Design des ATE-Treibers durch seine ovale Form die zurückkehrenden Resonanzwellen der Membran auf natürliche Weise dämpft, wohingegen Generationen von Manger-Wandlern ihre charakteristische sternförmige Matte nutzen, um die Rückwellen zu dämpfen. Beide Treiber bieten den erheblichen Vorteil, dass sie in dem für das menschliche Ohr kritischen Frequenzbereich ohne Frequenzweiche auskommen.
ATE stellt auch Treiber für die Automobil- und Luftfahrtindustrie her, ein Umfeld, in dem digitale Signalprozessoren intensiv genutzt werden, um den Frequenzgang in einem akustisch ungünstigen Raum zu glätten. Leider kamen diese auch spürbar im Showraum zum Einsatz, was zu einem unnatürlich kurzen Ausklingen, kaum matten Transienten und einem insgesamt stark gezügelten Klang führte. Ich muss zugeben, dass ich für diese Art von Modulation sehr empfindlich bin und persönlich noch nie einen DSP-beeinflussten Hoch-Mitteltonbereich gehört habe, den ich als natürlich empfunden hätte. Unser letzter Musiktitel war „Africa“ von Peter Bence, den wir zuvor auf vielen HiFi-Systemen gehört hatten, der jedoch zugunsten einem glatteren Frequenzbild im Raum seinen üblichen Charme und Reiz nicht zeigen konnte.
Unsere Tour führte uns dann zu Lyravox, einem deutschen Hersteller von Audiogeräten aus Hamburg. Ich hatte zuvor bereits die kleineren Karlos-Lautsprecher gehört, die mir damals akustisch größer vorkamen als sie aussahen, was höchstwahrscheinlich auf die Verwendung des nach oben abstrahlenden Air-Motion-Transformers und einer aktiven DSP-Modulation anstelle von passiven Frequenzweichen zurückzuführen war. In diesem Jahr stellte Lyravox seine Karlsson Mini Monolith-Standlautsprecher vor. Auch hier wird nichts dem Zufall überlassen, von den vielfältigen Eingangsmodalitäten (XLR, SPDIF, Toslink, analog usw.) über die leistungsstarke integrierte Class-D-Verstärkung (2x 500 + 1x 100 WPC) bis hin zum Mehrkanal-Hi-Res-DSP.
Die von Lyravox verwendeten Materialien sind von höchster Qualität, von den Sockelplatten aus Naturstein bis hin zu den edlen Gehäusen aus Kunststein, die mit Accuton Keramik-Invert-Dome-Treibern vom Hochtöner bis zum Bass kombiniert sind. Das gesamte Sortiment präsentiert sich in einem klaren, weißen und eleganten Design. Nun sind Hotelzimmer keine idealen Hörräume, und meine anhaltende Kritik an den im Hoch-Mittelton-Bereich verwendeten DSPs könnte wohl auch damit zusammenhängen, dass sie in einem solchen Raum stark eingreifen müssen. Berlin ist nicht allzu weit von Marne entfernt, und vielleicht sollte ich Lyravox einen Besuch abstatten, um mir einen realistischeren Eindruck zu verschaffen. Wir hörten uns unter anderem das Album „Stay Tuned” von Dominique Fils-Animé an.
AUDES Audio im Nachbarraum blickt auf eine lange Geschichte in der Herstellung von Audiogeräten zurück, die bis ins Jahr 1935 reicht. Das estnische Unternehmen nahm seinen Dienst zunächst mit der Herstellung von Radioempfängern unter dem Namen RET (Raadio-Elektrotehnika Tehas) auf und beschäftigte schon im ersten Jahr 50 Mitarbeiter, die täglich 20 bis 30 Empfänger bauten. Von 1941 bis 1944 gehörte die zu dem Zeitpunkt Raadio-Pioneer genannte Fabrik zu Telefunken und wurde in Funktechnische Fabrik Reval umbenannt. Der Name AUDES existiert seit 1992 und steht für „Audio aus Estland”.
Eine vollständige Darstellung der Unternehmensgeschichte ist auf dessen Website verfügbar. Die aktuellen Lautsprecherserien (Reference, Excellence, M-Serie, Credo usw.) sind in ihrer Gestaltung außerordentlich vielfältig und reichen von niedrigen Türmen bis hin zu schlanken Schallwänden, wahlweise in der Breite oder in der Tiefe. An diesem Tag wurden die M5-Lautsprecher ausgestellt, die an der gewählten Position etwas dünn und arm an Klangfarben wirkten. Die Einrichtung der lokalen Elektronik und die Anpassung an den Raum sind natürlich eine Herausforderung. Daher verließen wir dieses Zimmer, ohne einen wirklichen Eindruck von der Fähigkeit der Lautsprecher zu gewinnen.
Rogers gehört zu den bekannten BBC-Lautsprecherherstellern wie Harbeth und Spendor, welche vor allem in den 1960er- und 1970er-Jahren für ihre weiche, natürliche Wiedergabe der Mitten und Stimmen im Nahfeld und in kleinen Studios bekannt waren. Die Rogers-Lautsprecher, die wir auf den Norddeutschen HiFi-Tagen gehört haben, waren jedoch alles andere als Nahfeldmonitore. Ich habe zwar versäumt, mir den Namen der Lautsprecher vor Ort zu notieren, doch nach meiner Recherche muss es sich wohl um die neu aufgelegten PM510 S3 gehandelt haben, die uns mit einer enormen Dynamik und knackigen, druckvollen Höhen beeindruckten.
Wir konnten die Treiber durch das Lautsprechergewebe nicht erkennen, und so war ich überrascht, als ich erfuhr, dass die dezidiert metallischen Klänge von einem Audax Seidenkalotten-Hochtöner wiedergegeben wurden. Meiner Meinung nach lässt sich dies nur durch seine relativ ausgeprägte Größe von 34 mm und den starren Metalldiffusor an der Vorderseite erklären. Der Raum war relativ gut besucht, und es gab unter den wenigen Stühlen keinen wirklich optimalen Platz zum Sitzen. Matthias und ich waren uns einig, dass uns der Klang grundsätzlich gefiel, doch wir waren nicht überzeugt, dass wir unter den gegebenen Bedingungen richtig hören konnten. Die teilweise Druckkammer-ähnlichen Höhen der Lautsprecher erinnerten mich an die frühen Ringradiatoren von Fostex und Beymar.
Symann Soundboards gehörten sicherlich zu den unkonventionelleren Konstruktionen der Messe. Ihr Ingenieur, Michael Symann, ist von Beruf Klavier- und Cembalobauer und entwickelt seine Lautsprecher auf der Grundlage von Soundboards, den hölzernen Bauteilen, die den Boden des Klaviers bilden und in der richtigen Tonlage mitschwingen. Die Komponenten bestehen aus vier breiten Streifen aus Tonholz, von denen jeweils zwei auf den gegenüberliegenden Seite eines schmalen Lattenrahmens montiert sind. Als Treiber dienen Exciter, wie sie häufig in Fahrzeuganwendungen verwendet werden, und es gibt einen kleinen Air Motion Transformer (AMT) zur Ergänzung der Höhen.
Dieses innovative Design erzeugt eine Klangwand, die der von Vollbereichs-Elektrostaten ähnelt. Der Frequenzbereich ist jedoch auf die Eigenschaften der verwendeten Materialien beschränkt. Die Genauigkeit der ansonsten sehr präzisen AMTs könnte eventuell darunter leiden, dass der Hochtöner auf der schwingenden Oberfläche zwischen den Resonanzplatten angebracht ist. Ich würde mich freuen, eine zukünftige Version der Soundboards zu hören, bei der der AMT an einer festen Position angebracht ist. Insgesamt sind die Soundboards eine vielversprechende Erfindung und eine spannende Klangerfahrung.
Wilson Alexx V — Array Loudspeakers

Das spektakulärste Hörerlebnis war sicher die Präsentation eines HiFi-Systems der Superlative durch Matthias Böde vom Stereo-Magazin. Als Lautsprecher diente das Modell Alexx V von Wilson Audio, das von enormen VTL Siegfried-Röhren-Monoblöcken angetrieben wurde. Das Ensemble hatte die Leistung einer mittelgroßen PA-Anlage und überraschte seine Zuhörer mit enormen Attacken. Obwohl der Klang während der gesamten Darbietung kontrolliert, präzise, realistisch und knackig blieb, taten mir die Personen in den ersten Reihen in unmittelbarer Nähe der Lautsprecher etwas leid. Wahrscheinlich klingelten ihre Ohren noch lange nach, so wie nach einem guten Live-Konzert.
Wir fragten uns auch, wie die Wilson-Lautsprecher wohl in einem Wohnzimmer klingen mögen, wo sie mit moderater Lautstärke betrieben würden. Der Idealbereich eines Lautsprechers ist immer auch auf einen bestimmten Hörabstand und Lautstärkepegel hin optimiert. Die Auswahl der Songtitel war ohne Frage ausgezeichnet und zeigte eindeutig, wer an diesem Nachmittag das Sagen hatte.
Während die Präsentation von Matthias Böde im großen Konferenzraum nicht mit den benachbarten Präsentationen zu kollidieren schien, so wurden dennoch einige der Präsentationen durch die laute Konkurrenz auf der anderen Seite des Ganges akustisch an den Rand gedrängt. Je später die Messe wurde, desto lauter spielten einige Hersteller ihre Geräte. Dieses Verhalten zwingt alle Aussteller in einen Teufelskreis, in dem einer nach dem anderen die Lautstärke erhöhen muss, bis aus einer Qualitätsvorführung eine Machtdemonstration wird. Aus diesem Grund konnte ich Mattias manches Highlight der Messe nicht vorführen.
Zum Abschluss machten wir Halt bei Daniela Manger in Raum 204 und hörten uns eine elektronisch aufgetrennte Version ihrer P2-Lautsprecher an, bei denen der Bassbereich über eine aktive Frequenzweiche angesteuert und durch zwei aktive Bassfallen optimal im Raum ergänzt wurde. Matthias und ich waren von der Raumakustik und der Leistung diesmal sehr positiv beeindruckt. Das Erlebnis war vergleichbar mit meinen Erfahrungen, als ich die P2-Lautsprecher in meinem Studio zum Testen hatte, und ich freute mich, diese Erfahrung bei dieser Gelegenheit mit Matthias teilen zu können.
Manger P2 — Bending Wave Transducer Loudspeakers

Auf dem Rückweg nach Marne machten wir Halt bei einem HiFi-Freund in Barmfeld, um ihm dabei zu helfen, die Klangqualität seiner HiFi-Anlage in einem neu gebauten Hörraum zu verbessern. Den Rest des Abends verbrachten wir damit, Lautsprecher zu verschieben und über Klang zu diskutieren, bis unsere Energie vollständig erschöpft war und wir uns nach einem erfüllten Tag auf den letzten Streckenabschnitt in Richtung Marne begaben.


Lass uns Folgendes feststellen: Nur sehr wenige HiFi-Audiosysteme sind so eingerichtet, dass sie ihre erhebliche Leistungsfähigkeit auch tatsächlich unter Beweis stellen können. Je teurer das Setup ist, desto sensibler wird dieses Thema.
Dabei ist die Einrichtung von High-End-Geräten besonders anspruchsvoll, da deren Komponenten jeden Fehler im System gnadenlos aufzudecken vermögen. Wenn Du mit dem Klang Deiner High-End-Anlage nicht 100-prozentig zufrieden bist, obwohl Du viel Geld investiert und einen speziellen Hörraum dafür eingerichtet hast, bin ich zuversichtlich, dass ich Dir schnell und effektiv helfen kann.
Um High-End-Audiogeräte optimal einzurichten, müssen wir zuvor selbst einiges an Hörerfahrung haben. Dabei geht es nicht um den Genuss von Musik, sondern um die Fähigkeit, das Zusammenspiel eines HiFi-Systems im Raum wahrzunehmen. Jeder Fehler bei der Einrichtung zeigt seine spezifischen Merkmale: beispielsweise eine harte Stimmwiedergabe, eine unscharfe Phantommitte, fehlende Transienten, unnatürliches Nachklingen, mangelnde tonale Breite oder mangelhafte Basswiedergabe.
Aus diesem Grund benötigen wir für jeden einzelnen Einrichtungsfehler eine andere Abhilfe. In unserer Beratung höre ich mir zunächst Deine Beschreibung des Systems an und analysiere gemeinsam mit Dir die Herausforderungen, vor denen Du stehst. Anschließend betrachten wir die fünf wichtigsten Faktoren, die Dein High-End-System klanglich beeinflussen:
Die Auswahl der Audiokomponenten beeinflusst zwar ebenfalls den resultierenden Systemklang, jedoch weniger als man annehmen könnte. Der Blick darauf wird eigentlich erst interessant, wenn alle anderen Faktoren verstanden und optimiert sind. Denn erst dann hörst du deine Geräte wirklich, vorher hörst du überwiegend die Schwächen in Deinem Aufbau.
Und die Abstimmung der Komponenten wird oft von Händlern und Websites angeboten, während für die Einrichtung der High-End-Anlagen nach dem Kauf im Geschäft oder online oft nur wenig Zeit aufgewendet wird. Die Verbraucher müssen dann meist selbst herausfinden, wie sie ihre neuen und teuren Geräte einrichten können. Das Scrollen durch YouTube-Tutorials wirft dabei oft mehr Fragen auf, als es Antworten gibt.
Das Ziel unseres Gesprächs ist es daher, die Leistung Deines Systems auf einfache und kostengünstige Weise zu verbessern. Im Anschluss hast Du ein besseres Verständnis für den aktuellen Stand Deines Systems und kannst einschätzen, welche Schritte nötig sind, um den vollen Klang Deiner Anlage zu entfalten. Von mir erfährst Du, wie Deine Anlage mit Energie umgeht und wie Du diese ohne Verlust und Störung bis hin zu Deinen Ohren beförderst.


Veröffentlicht: 6.1.2026
Autor: Karsten Hein
Kategorie: Explorations
Tag(s): HiFi Setups
Hallo liebe HiFi-Community,
willkommen auf www.eiaudio.de, dem HiFi-Blog, der dem akustischen Eindruck der Ohren mehr Gewichtung schenkt als dem was wir zu wissen annehmen. Stets mit dem Ziel, ungeachtet der Marken und Preise, den bestmöglichen Klang zu erreichen und erst im Nachgang zu ergründen, weshalb die eine Komponente im Gerätemix besser funktioniert als die andere.
„Ears over mind“ lautet das Motto, das schon vielen audiophilen Menschen zu ungeahntem Genuss verholfen hat. Den besten Klang zu suchen und seine Entstehung zu erkunden heißt eben nicht zu wissen, sondern die richtigen Fragen zu stellen, Schritt für Schritt. Auf diese Weise entstand in dem kleinen Städtchen Marne an der Nordsee aus relativ erschwinglichen Komponenten eine HiFi-Anlage der Superlative.
Von der Stromzufuhr und dessen Verteilung über die Netzkabel, von der Auswahl der einzelnen Komponenten und deren akustischer Entkopplung über die Positionierung der Lautsprecher im Raum wurde bei diesem Aufbau kaum etwas dem Zufall überlassen. Lautsprecher verstehen sich im weitesten Sinne als Wellengeneratoren, die mit dem Raum interagieren. Die positive Nutzung dieser Interaktion am Hörplatz entscheidet mit über den Klangeindruck.
Doch erst seit Januar 2026, mit dem Einzug eines völlig neu entwickelten Lautsprecherkabels, wage ich mich zu einer These: Die klanglich beste HiFi-Anlage in Deutschland, nördlich von Hamburg, steht in Marne an der Nordsee. Jetzt werden natürlich manche von Euch aufschreien, dass man so eine allgemeine Aussage ganz schlecht tätigen kann, weil das ja auch vom Pegel und der Art der Musik abhängt. Das sehe ich genau so, und deshalb möchte ich die zugrunde liegenden Kriterien präzisieren:
Gemeint ist die Wiedergabe akustischer Instrumente und menschlicher Stimmen in beliebigem Arrangement – von Folk Music über Jazz und Vocal Jazz bis hin zu Klassik –, im Studio oder live, jeweils in korrekter Tonalität und Dynamik sowie bei realistischer Lautstärke von ca. 75 dB durchschnittlichem Schalldruck am Hörplatz. Weitere Bewertungskriterien sind die tonale Auffächerung und die räumlich korrekte Darstellung.
Vergiss die Messen, bei denen hastig aufgebaute Geräte in willkürlich gewählten Hotelzimmern stehen. Vergiss die HiFi-Läden, in denen nur sehr selten die Möglichkeit besteht, eine Anlage über mehrere Monate in einen Raum einzumessen. Wenn du kein HiFi-Freak mit viel Wissen, Zeit und Muße bist, hast du eine solche Anlage mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit noch nie gehört. Denn diese Erfahrung macht zunächst einmal sprachlos und nachdenklich.
Glaube mir nicht einfach so, lass uns einen Termin ausmachen und überzeuge dich selbst. Bring zwei bis drei Platten oder CDs deiner Wahl mit und hör sie dir in Ruhe bei Kaffee oder kalten Getränken an. Lass uns über HiFi sprechen und erzähl mir von deiner Reise und deinen Erfahrungen. Falls du nach dem Hörerlebnis tatsächlich der Meinung sein solltest, dass deine Anlage das besser kann, dann höre ich sie mir gerne an und stelle sie hier vor. Das Angebot gilt übrigens auch, wenn du Händler bist oder einen HiFi-Laden betreibst. Wichtig ist nur, dass die Anlage fertig aufgebaut für eine Session steht und als Ensemble einen vergleichbaren oder besseren Klang liefert.
Also, von einem HiFi-Freak zum anderen: Höchste Zeit für neue Erkundungen!
Audiophile Grüße,
Karsten


Wenn Sie in Reichweite von 25709 Marne in Norddeutschland leben und alte HiFi-Stereo-Klassiker besitzen, die darauf warten, erforscht und beschrieben zu werden, würde ich mich freuen, von Ihnen zu hören!
Alle Bewertungen sind kostenlos, und Ihre persönlichen Daten werden ausschließlich dazu verwendet, den Bewertungsprozess mit Ihnen zu organisieren. Ihre Ausrüstung wird Ihnen innerhalb von zwei Wochen zurückgegegeben und Sie sind herzlich eingeladen, sich an der Bewertung zu beteiligen. Die Besitzer der Geräte können wählen, ob sie anonym bleiben oder in der Rezension erwähnt werden möchten.
Vielen Dank, dass Sie das eiaudio-Projekt unterstützen.
Audiophile Grüße,
Karsten